Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Kolumne

«Mein Bild»: Dieser indische Biker lässt es röhren

Auf dem Tagesbefehl einer Motorradfahrer-Einheit der indischen Armee stehen bisweilen halsbrecherische Einsätze. So zuletzt bei einer Jubiläumsfeier in Bangalore.
Roger Rüegger
Mit gesenktem Haupt durch eine Wand aus Neonröhren: Töfffahrer der indischen Armee. (Bild: Jagadeesh/Keystone (Bangalore, 9. Dezember 2018))

Mit gesenktem Haupt durch eine Wand aus Neonröhren: Töfffahrer der indischen Armee. (Bild: Jagadeesh/Keystone (Bangalore, 9. Dezember 2018))

Motorradfahrer sind hin und wieder etwas ungestüm unterwegs. Das wird gerne so erzählt und es ist an mancher Geschichte über Biker etwas dran. Der Typ auf dem Bild etwa geht tatsächlich etwas offensiv mit dem Kopf durch die Wand. Die Behauptung trifft auf ihn zumindest im Ansatz zu.

Sicher, es ist durchaus legitim, etwas am Gas zu drehen auf seinem Hobel und den Motor dabei zu kitzeln. Schliesslich will man ja erleben, was die Maschine – hierbei soll es sich um eine Royal Enfield 500 handeln – so hergibt.

Das gilt freilich nicht auf öffentlichen Strassen. Richtig Gas geben darf der Motorradfahrer ausschliesslich auf abgesperrten Strecken, wo niemand gefährdet wird und dies lieber nur weit fernab von bewohntem Gebiet. Zudem sollten nur Profis und Experten mit ihren Fahrkünsten so aufschneiden wie unser kühner Reiter.

Denn genau das tut der Bursche. Jedoch in einem hochoffiziellen Auftrag. Er ist Soldat der indischen Armee. Dort fährt er in der Motorrad-Einheit «Tornadoes». Die Truppe hat Anfang Dezember in Bangalore anlässlich einer Feier des 1760 ins Leben gerufenen «Army Service Corps» verschiedene Showeinlagen präsentiert. Wobei das Springen mit dem Bike durch eine Wand aus Leuchtstoffröhren noch verhältnismässig normal erscheint.

Seine Motorradfahrer-Kollegen haben da noch ganz andere Kunststücke auf Lager. So springen sie durch brennende Ringe, bauen auf sieben fahrenden Töffs zugleich eine Pyramide aus 39 Menschen, und sie stellten einen Weltrekord auf, indem 58 von ihnen auf einem Motorrad 1,2 Kilometer weit fuhren. Auch hier sei erwähnt, dass man so etwas nicht auf der Strasse tut.

Mit gesenktem Haupt voran durch eine Wand aus Leuchtstoffröhren fahren (in der Fachsprache heissen diese auch Niederdruck-Gasentladungsröhren) sollte man sowieso nicht. Das geht nicht nur ins Geld, sondern hinterlässt eine Riesenschweinerei. Auch wenn der Begriff «Gas geben» hier mehr als angebracht ist und in eine neue Dimension vorstösst, lassen wir’s trotzdem bleiben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.