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Kolumne

Ein Fall für «Superhäsli»

Einblicke – Unser Kolumnist Romano Cuonz über heroische Marketingbemühungen zur Osterzeit.
Romano Cuonz, Journalist und Publizist Sarnen
Romano Cuonz

Romano Cuonz

«Man muss halt wissen, wie der Hase läuft!», verkündet Stammtischkollege Wisi. Dann nimmt er aus dem Körbchen auf dem Tisch ein farbiges Ei und zitiert dazu seine Bauernregel: «Legt der Hase Eier für uns in das Nest, dann feiern wir das Osterfest!» Heiterkeit kommt auf! Nur mir ist nicht zum Lachen zumute. «Unser guter alter Osterhase läuft gar nicht», werfe ich ein. «Nicht einmal mehr hoppeln mag der!»

Als Kinder glaubten wir noch allen Ernstes, dass der Osterhase Eier färbe. Natürlich hat die Hasensippe so etwas nie getan. Nur: Früher fiel dem Langohr das Flunkern noch leichter. Seit ihm aber Ökofreaks und Tierschützer ins Handwerk pfuschen, ist’s damit vorbei. Nur schon bei den Lieferanten und Lieferungen besteht Deklarationspflicht. Ein Osterhase muss heute Eier von glücklichen und unglücklichen, von patriotischen In- und fremden Auslandhühnern, gehalten in Freilandzucht oder Massentierhaltungen, verköstigt mit oder ohne Biofutter strengstens trennen. Schwindelt er dabei, protestieren längst nicht mehr nur die Hühner!

Zwar hat der Osterhase – wie alle Hasen – seine Augen Tag und Nacht offen. Doch nicht einmal mehr dies hilft ihm. Arg stressig ist sein Job geworden. Kaum sind die Nikoläuse aus den Regalen geräumt, schreien Grossverteiler auch schon nach Schokohasen und Zuckereiern. Die Lieferfristen unzumutbar! Dies umso mehr, als der Hasensippe in unseren zersiedelten und verdichteten Landschaften kaum noch Produktionsstätten zur Verfügung stehen. Dem Osterhasen bleibt nur noch eines: Das «Ei des Kolumbus» müsste er entdecken!

Die zündende Idee kommt dann aber von einem Supermarkt. Der lässt für «Superostern» durch seine Regale «superherzige Superhäsli» flitzen. Sami, Kiki, Mira, Mo und Max tragen – wie stilechte Superhelden – Masken und Umhänge. Geht es darum, die Kauflust der Kunden zu erhöhen, besitzen sie wahrhaft «überhäsliche» Kräfte. Ja, der gute alte Osterhase darf getrost in Pension hoppeln.

Was aber, wenn die «Mission Superostern» besorgten Eltern doch zu kriegerisch wäre? Auch für diesen Fall ist man gewappnet. Maske und Umhang lassen sich abnehmen, und flugs werden kämpferische «Superhäsli» zu niedlichen Plüschtierchen. Nun kann nur noch etwas das friedvolle Osterfest vermiesen: Der «Krieg – wenn auch nicht ‹der Sterne› – so doch der «Tütschi-Eier»!

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