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Kolumne

Es hagelt Osterhasen

Scharfgezeichnet
Janina Gehrig

Verschwörerische Worte aus der Küche. Es raschelt, vier Füsschen huschen vorbei. Dann fällt die Kinderzimmertür zu. Verriegelt von innen. «Wir machen nicht auf», sagt der Vierjährige. «Wir machen nicht auf», wiederholt die kleine Schwester. Ein Blick durchs Schlüsselloch verrät ihr Tun. Triumphierend wird der Osterhase aus dem Papier geschält und in aller Ruhe gegessen. Der ganze, von den Ohren bis zu den Pfoten. Nicht zum Zvieri, nicht rationiert, sondern vor dem Frühstück, morgens um sieben.

Immerhin einer weniger, denn in der Küche stehen 12 weitere Schoggihasen, die darauf warten, in Stücke zerlegt zu werden. Da hat man sich alle Mühe gegeben, die «Mission Super-Ostern» zu umgehen. Hat bei jedem Einkauf freundlich verneint, wenn es um das Stickersammeln ging, das zu einem weiteren Plüschtier, einem Stoffhasen mit Flugbrille, geführt hätte. Die Kinder sollen ja nicht meinen, dass jeder Gang zum Supermarkt mit einem Geschenk belohnt wird. Doch auch vor der Anschaffung echter Osterhasen haben Tierschützer gewarnt. Die müssten täglich gefüttert, gemistet und gehätschelt werden.

Dann also doch lieber Hasen zum Essen. Und, das haben die Kinder nun gelernt, die gibt es an Ostern in Form einer Jahresration Schokolade. Einmal mit Marzipanschleife, einmal in blauer Folie, einmal mit Überraschungsei im Bauch. Und am besten schmecken sie, wenn sie im Geheimen gegessen werden. Nur die Zahnteufel könnten einem den Spass noch verderben.

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