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Kolumne

«Mein Bild»: Gang doch e chli der Aare naa

Wenn Pflanzen nicht gewässert werden, gehen sie zugrunde. Oder aber sie wachsen an einem Ort, wo der Boden noch einen Rest Feuchtigkeit aufweist. Wie die Tomaten in Aarburg, die im noch nicht ganz ausgetrockneten Flussbett prächtig gedeihen.
Roger Rüegger
Hier schwimmen sonst Fische. Eine Tomatenpflanze im Flussbett der Aare. (Bild: Roger Rüegger (Aarburg, 21. Oktober 2018))

Hier schwimmen sonst Fische. Eine Tomatenpflanze im Flussbett der Aare. (Bild: Roger Rüegger (Aarburg, 21. Oktober 2018))

Das Thema wäre eigentlich durch, und mittlerweile weiss auch der letzte Mensch: Seit Monaten hat es nicht mehr richtig geregnet, Wasser fehlt hüben wie drüben und selbst grössere Flüsse verdienen ihre Bezeichnung nicht. Ob der zweitlängste Fluss der Schweiz überhaupt noch durchgehend fliesst, wollte ich am letzten Sonntag herausfinden. So sagte ich mir: «Roger, gang doch e chli der Aare naa. Dere schöne, schöne, schöne grüene Aare naa.»

Also begab ich mich in Aarburg, das ist dort, wo die Wigger einmündet, zum besagten Fliessgewässer. Ich wählte einen Abschnitt rund 200 Meter unterhalb der «Woog», die zu Deutsch auch Aarewaage heisst. Bei diesem natürlichen Hafen fliesst ein Teil des Wassers rückwärts. Das tut es nicht nur bei Niedrigstand, sondern auch bei Hochwasser und bei normalen Bedingungen sowieso.

Aber das ist nicht die Geschichte, die ich hier erzählen will. Bei meinem Abstecher wollte ich mir wie erwähnt ein Bild davon machen, ob es möglich ist, die Aare zu Fuss zu überqueren und das gegenüberliegende Olten zu Fuss zu erreichen. Ich schritt also über die grossen Kieselsteine und begab mich bis weit über die Mitte des Flusses. Bis zum anderen Ufer waren es vielleicht noch 15 bis 20 Meter. Ob es möglich gewesen wäre, hinüberzuwaten, kann ich nicht sagen.

Meine Neugier schwand nämlich in dem Moment, als ich die Flora inmitten der Steinlandschaft genauer betrachtete. Die dicken Stängel mit den gezackten Blättern und den gelben Blüten – sind Tomaten. Tatsächlich wachsen auf dem Streckenabschnitt etliche dieser Pflanzen. Auch Sonnenblumen ragen aus den Steinen hervor.

Die Tomaten sind zwar recht gross, aber reif werden die heuer bestimmt nicht mehr. Sie bleiben grün. Das macht aber nichts. Interessant ist, dass sie sich zu helfen wissen. Wenn das Wasser mangels Regen nicht zu ihnen kommt, suchen die Tomaten eben das Wasser. So nach dem Motto: «Gang doch e chli der Aare naa. Dere schöne, schöne, schöne grüene Aare naa.»

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