Getestet
Wie schmeckt italienischer Wein aus der hippen Kartonflasche?

Zumindest mit Blick auf die Umwelt ist die Kartonflasche ein echter Gewinn gegenüber Glasflaschen. Ideal für Experimentierfreudige mit Sinn für Nachhaltigkeit.

Niklaus Salzmann
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Wir kennen den Wein aus dem Tetrapak. Drei Franken pro Liter, null Anspruch an kulinarischen Genuss. Und nun wagt es das Weingut Cantina Goccia aus Umbrien, seinen Wein 3Q in der Kartonflasche zu verkaufen. Na ja, nicht nur Karton: In der Hülle steckt ein Beutel aus beschichtetem Kunststoff, aber auch das ist ökologischer als Einwegglas. Hat diese Kombi eine Chance, sich einen besseren Ruf als das Tetrapak zu erarbeiten?

Optisch funktioniert es gut. Die Kartonflasche schlägt das Tetrapak um Längen, sie kann es mit der Glasflasche aufnehmen. Der ungefärbte Recyclingkarton wirkt hip und bietet mehr Platz für Aufdrucke als eine Etikette.

Doch dann kommt der Moment, wo wir die Flasche in die Hand nehmen und merken, wie leicht sie ist. Wir realisieren, dass wir intuitiv ein hohes Gewicht mit hoher Qualität verbinden. Dabei ist die Kartonflasche praktisch unzerbrechlich und das geringe Gewicht ökologisch ein Vorteil, da der Transport weniger Treibstoff benötigt.

Auch der Geschmack des Weins wird durch die Verpackung nicht beeinträchtigt. Das einzige Problem ist die Stimme im Kopf, die uns beim Einschenken zuflüstert: Es ist keine richtige Flasche.

Uns davon zu lösen, ist schwierig. Aber erstens lassen wir Gäste nicht selber einschenken. Und zweitens ist es uns auch gelungen, uns an Coca-Cola in PET statt dem ikonischen geformten Glas zu gewöhnen. Coca-Cola hat übrigens im vergangenen Jahr den Prototyp einer neuen Flasche präsentiert. Sie besteht – Sie ahnen es – weitgehend aus Papier.

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