Kolumne

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Einblicke - Christian Peter Meier, Leiter regionale Ressorts, über die Redaktionsatmosphäre im letzten Luzerner Tatort.

Christian Peter Meier, Leiter regionale Ressorts
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Christian Peter Meier

Christian Peter Meier

Unsere Redaktion war kürzlich Tatort. Nun ja, nicht wirklich. Aber immerhin bildeten wir das authentische Filmset für eine Szene, die im nächsten (und letzten) Luzerner «Tatort» zu sehen sein wird. Gedreht wurde eine Sequenz, in der die ermittelnden Kommissare die angebliche Chefredaktorin der «Luzerner Zeitung» in die Mangel nehmen.

Die Szene spielt im Epizentrum unseres Büros, was – nebenbei gesagt – ziemlich unrealistisch ist. Denn die echte Polizei käme wohl kaum auf die Idee, eine mutmasslich in ein Verbrechen involvierte Person vor den Augen und Ohren zahlreicher Journalisten zu befragen. Also ich würde auf jeden Fall davon abraten ... Doch sei’s drum. Die Produzenten scheinen wohl vor allem auf die Redaktionsatmosphäre Wert gelegt zu haben. Was wiederum schön ist. Denn so erhalten Sie als Zuschauerin oder Zuschauer einen kurzen Einblick in unseren Arbeitsalltag.

Wobei von Alltag während des Drehs nicht wirklich die Rede sein konnte. Eine mindestens 30-köpfige Filmcrew verstellte mit sehr viel Equipment das Büro. Statisten besetzten einen Teil unserer Arbeitsplätze. Flüstern war angesagt. Die besagte Szene wurde in unterschiedlichen Einstellungen gedreht. Während Stunden – noch einmal und noch einmal und noch einmal ...

Trotzdem bestand jener Morgen in den Redaktionsräumen für die Hauptdarsteller hauptsächlich aus Warten, was wohl nichts Besonderes war, sondern Courant normal am Set. Den beiden «Kommissaren» hat die Arbeitsweise dennoch ordentlich zugesetzt. Am Schluss war bei ihnen auf jeden Fall gute Laune nicht einmal mehr in Spurenelementen nachzuweisen – was eine junge Kollegin ganz direkt zu spüren bekam, als sie zum bereits im Vorfeld vereinbarten Kurzinterview bat. Ich sag’s mal so: Dankbarkeit gegenüber den Gastgebern sieht anders aus.

Ich selber kam übrigens unverhofft zu einer Statistenrolle – als echter Journalist an meinem eigenen Computer. Mal schauen, ob ich es bis in die Endfassung des Films schaffe.

Einblicke

Unsere regionalen Autorinnen und Autoren erklären mit einem Augenzwinkern, wie die Zentralschweizer ticken.