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Chefredaktor Jérôme Martinu über Probleme in unseren Volksschulen.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Unser Volksschulsystem hat beim Ausgleich von Stärken und Schwächen fantastische Fortschritte gemacht. Wurden Schülerinnen und Schüler früher wegen Verhaltensauffälligkeiten, geistiger oder körperlicher Behinderungen per se in Spezialschulen unterrichtet, besuchen sie heute ordentliche Schulklassen. Von dieser Art der Integration profitieren – im Idealfall – «Andersartige» und «Normale» wechselseitig, gesellschaftliche Stigmata werden gemindert.

Probleme mit Querschlägern und Störefrieden gibt es dennoch. In solchen Fällen kann der Unterricht massiv gestört sein. Darum gibt es etwa im Kanton Luzern pro Jahr 150 Anträge auf Sonderbeschulung. Bei durchschnittlichen Klassengrössen von 18 Schülern sind bei Renitenzfällen eben doch 2700 von insgesamt rund 40 000 Volksschülern negativ betroffen. Kommt hinzu, dass die 200 Plätze der beiden grössten Luzerner Sonderschulen voll sind. Stellen sich also die Fragen: Gibt es wirklich genügend Plätze? Ziehen sich Gesuche zur Umplatzierung deshalb gar über Jahre hin, weil die Sonderbeschulung fast doppelt so teuer ist wie ein Sonderschüler in einer Regelklasse? Und stehen – auch hier die Kostenfrage – in den Gemeinden wirklich genügend Speziallehrer zur Verfügung, um die integrierte Sonderschulung in den Klassen überhaupt so umzusetzen, wie es in der Theorie vorgesehen wäre?

«Es muss möglich sein, solche Querulanten aus der regulären Schule zu entlassen – zu Gunsten des Schülers, der Mitschüler, der Lehrer.» Dies sagt ein Seklehrer, der seit anderthalb Jahren einen «Problemschüler» betreut und mit einer Umplatzierung bisher nicht durchdringt. Seine völlig richtige Aussage muss unbedingt ergänzt werden: Die Versetzung hat in berechtigten Fällen so rasch als möglich zu erfolgen, ohne x-fachen Hürdenlauf durch die Instanzen. Der Rechenschieber darf hier keine Rolle spielen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

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