Kolumne

«Landauf, landab»: Eine Geschichte von Monty Python, Poolbillard und perfektem Timing

Den kürzlich verstorbenen britischen Komiker Terry Jones und zwei Namensvettern aus dem Wiggertal verbindet nur wenig. Aber das bleibt unvergessen, schreibt unser Kolumnist Roger Rüegger.

Roger Rüegger
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Aktuelle Geschehnisse erinnern mich an eine Geschichte, die sich 1979 an einem Billardtisch im Wiggertal zugetragen hat. Es war ein typischer Freitagabend, der sich im Pub mit Freunden, Bier und Poolbillard abspielte und mit einem Kinobesuch endete.

Damals spielte ein Roger aus dem Nachbardorf unverschämt lange, da er schier unschlagbar war. An diesem Abend zeigte das Kino auch «Monty Python’s Life of Brian», mit dem kürzlich verstorbenen Terry Jones. Den mussten wir sehen.

Filmstart war um 23 Uhr, gegen 22.30 Uhr wollten wir los. Meinen Namensvetter am Pooltisch, netter Kerl übrigens, wollten wir zum Film überreden. Er mochte nicht, weil es beim Pool grad so gut liefe, und Kino nicht sein Ding sei.

Stattdessen überredete er mich – trotz Zeitdruck – zu einer Partie. Ich sagte unter folgender Bedingung zu: Sollte ich gewinnen, müsste er uns begleiten. Er lächelte, strich Kreide ans Queue und eröffnete das Spiel.

Die folgenden Zeilen sind mir fast peinlich, aber ich schreibe sie mit Genuss. Bei seinem Anspiel fiel keine Kugel. Ich wählte die geraden Zahlen, versenkte eine um die andere und lochte schliesslich die 8 elegant mit einem Dreibandstoss ein. Das Spiel dauerte keine drei Minuten.

Der Film war ein Brüller, sogar mein Namensvetter schien beeindruckt. Letzte Woche begegneten wir uns nach Jahren zufällig wieder in einer Beiz. «Hallo … Brian», begrüssten wir uns lachend.

Ja, er war beeindruckt. Ob vom Film oder meinem brillanten Spiel? Egal. Worauf ich hinaus will: Danke Terry Jones!

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

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