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Morgens müde?

Unkommod
Claudia Lässer

Es fängt ja schon damit an, dass man den Wecker stellen muss. Kann ich nicht einfach aufstehen, wann ich will? Das wär’ doch der Zeitpunkt, der natürlicherweise gut für mich wäre. So nehme ich das an. Aber nein, der Wecker macht mich wach. Tausend Franken für ne halbe Stunde mehr, schon oft hätte ich wohl im Halbschlaf diesen Vertrag unterschrieben, hätte man ihn mir an die wohlig warme Decke gehalten. Früher ins Bett wär’ natürlich der einfachste Trick, aber irgendwie schaffe ich es nicht, jedenfalls nicht regelmässig genug. Laut Studien, die ich im Netz gefunden ha- be, bin ich damit nicht alleine. Immer offen für neue Trends, bin ich gar nicht so stolz, bei diesem mitzumachen.

Wir sind nicht alle gleich und so brauchen wir auch nicht alle gleich viel Schlaf. Kollegen schlafen 5 Stunden, andere könnten bis mittags. Als Mittelwert können wir von 6 bis 8 Stunden ausgehen. Ein Mittelwert, der aber nicht weltweit gilt. In Tokio zum Beispiel beträgt er 5 Stunden 44 Minuten, in Berlin 6 Stunden 49 Minuten und in Moskau 8 Stunden 8 Minuten. Aufsummiert schlafen wir bis zum 75. Lebensjahr 164 000 bis 225 000 Stunden. Das scheint unglaublich viel, wenn ich bedenke, wie unglaublich müde ich morgens manchmal bin. Warum aber schlafen wir immer weniger? Ist ja nicht so, als hätten die Generationen vor uns nichts auf die Beine gestellt, im Gegenteil.

Vielleicht, weil immer weniger Menschen körperlich arbeiten. Ich arbeite auch nicht körperlich,kennen das aber vom Sport und Sie vielleicht auch. Dieses fantastische Gefühl, wenn man so richtig ausgepowert auf die Couch fällt und es kaum mehr raus schafft. Dann ist man müde. So richtig müde. Voll banal, aber die wichtigste Voraussetzung für einen guten Schlaf. Komm ich vom Computermarathon nach Hause, bin ich auch müde, aber anders. Es hat keinen Endpunkt, so wie das Ende des Trainings oder die endliche Leistungsfähigkeit meines Körpers. Die vielen kleinen Tasks sind auch nie beendet wie ein Training oder ein Lauf. Die moderne Arbeitswelt lockt mit Freiheit. Überall kann man arbeiten und immer. Und das tun wir. Und im Hosensackbüro haben wir noch die private Kommunikation. Da kann ich ruhig noch schnell die Mails checken und zwei, drei Zeilen antworten. Das Runterfahren rutscht immer weiter in die Nacht hinein. Abhilfe schafft eine einfache Frage – muss ich das jetzt tun? Wobei jedes Wort eine Frage in sich ist. Muss ich das jetzt tun? Muss ich das jetzt tun? Muss ich das jetzt tun? Muss ich das jetzt tun? Irgendwie absurd, dass wir immer mehr schlaue Helfer haben und immer erschöpfter sind.

Man kann auch viel schlafen und Grosses leisten. Einstein zum Beispiel soll 11 Stunden täglich geschlafen haben. O. k., der war ein Genie, nicht ganz repräsentativ. Doch lässt sich auch vermuten, dass er sich nicht hat ablenken lassen, was vielleicht die Hauptsache ist. Weitere Extremwerte finden sich in der Tierwelt. Die kleine Taschenmaus schläft über 20 Stunden täglich, die Giraffe nicht mal 2. Dem Menschen am nächsten ist übrigens mit 8,5 Stunden das Schwein. An alle, ausser die, die gerade Eltern geworden sind – schlafen Sie genug.

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