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Reden ist Gold

Chefredaktor Jérôme Martinu über die teilweise mangelnde Kommunikation von Behörden und Politiken.
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Wann schlagen in der öffentlichen Meinung zuverlässig die Wogen hoch? Wenn etwas bekannt wird, das bislang noch unter dem Deckel gehalten wurde. Und je öffentlicher die Rolle der Deckelhalter ist, umso lauter fallen die Reaktionen aus. Heisst also: Politik, kommunale, kantonale, eidgenössische Behörden stehen naturgemäss im Scheinwerferlicht. Aktuelles Beispiel: Der fünf­köpfige Gemeinderat in Ebikon – über 13'000 Einwohner – erhöht seine Arbeitspensen um insgesamt 45 Prozent. Die breite öffentliche Kommunikation dieser Änderung ist nicht erfolgt – entsprechend lautstark fällt die (politische) Kritik aus.

Transparenz den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber ist immer eine prioritäre Pflicht. Etwa wenn es um die Ebikoner Gemeinderatspensen geht. Oder wenn in einer Exekutive die Unstimmigkeiten derart gross sind, dass sie die Beschluss­fähigkeit massiv zu beeinträchtigen drohen. So wie jüngst im Krienser Gemeinderat zwischen Präsident und dem Rest des Kollegiums. Oder wenn es um Konflikte bei der Unterbringung minderjähriger Asylsuchender im Kanton Luzern geht und die Dienststellenleitung auf Anfrage Antworten gibt, die den kritischen Fragen ausweichen.

Es ist leider eine Realität, dass das Öffentlichkeitsprinzip noch immer nicht in allen Kan­tonen– und schon gar nicht in den Gemeinden – eine Selbstverständlichkeit ist. So oder so: Mit öffentlichen Geldern finanzierte Behörden und gewählte Politiker stehen in der Auskunftspflicht. Das Prinzip muss heissen: Reden ist Gold. Transparenz herstellen, immer wieder erklären – ja, das ist aufwendig. Aber es ist auch unerlässlich. Lieber offen, aktiv und rechtzeitig informieren als im Nachgang mit noch mehr Aufwand «Aufräumkommunikation» leisten zu müssen.

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

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