Kolumne

«Landauf, landab»: Sags mit einem Lächeln

Unser Reporter ist oft auf der Suche nach seinen Schlüsseln. Es kommt auch mal vor, dass er weiss wo die sind, sie aber dennoch nicht benutzen kann.

Roger Rüegger
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Roger Rügger

Roger Rügger

Bild: Pius Amrein

Das mit Schlüsseln ist so eine Sache. Sie zu suchen, ist meine Lebensaufgabe. Einmal, als ich die Suche längst aufgegeben hatte, fand ich den Wohnungsschlüssel im Kühlschrank. Es kam sogar schon vor, dass ich für den Autoschlüssel die halbe Wohnung auf den Kopf stellte – und nach einer Weile feststellte, dass ich ihn die ganze Zeit in der Hand hielt. Diese Beispiele liegen lange zurück.

Aktuelles gibt es auch. So letzthin in der Badi im Wiggertal, wo ich und mein Mädchen ein Saisonabonnement mit der Kabine 37 haben. Interessanterweise muss ich beim Betreten der Badi immer die Nummer nennen, obwohl ich fast täglich Gast dort bin. Nur einmal reichte mir die Frau an der Kasse den Schlüssel unaufgefordert. Als ich die Kabinentür öffnen wollte, bemerkte ich, dass sie mir den zur Kabine 34 aushändigte.

Wieder an der Kasse, betonte ich, dass die 37 meine Nummer sei. SIEBENUNDDREISSIG. Ich lächelte, als sie mir meinen Schlüssel gab, vielleicht etwas breiter als sonst. Anderntags kleidete ich mich in der Kabine um. Wie immer liess ich den Schlüssel aussen stecken, damit ich ihn nicht verliere. Als ich die Kabine verlassen wollte, blieb die Tür geschlossen. Der Schlüssel rastete ein, die Tür war von innen nicht mehr zu öffnen.

Da ich alleine in der Badi war, gab es zwei Lösungen. Laut um Hilfe bitten oder mit dem Smartphone die Badi anrufen und die Frau an der Kasse bitten, den Schlüssel an der Kabine 37 zu drehen, um mich zu befreien. Fortan gibt sie mir immer unaufgefordert die richtigen Schlüssel. Jeweils mit einem breiten Lächeln.