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Glosse

Salzkorn

Das zeitversetzte Fernsehen kommt immer mehr in Mode. Darüber freuen sich nicht alle.
Jürg Ackermann

Die Zeiten ändern sich. Während sich früher die halbe Nation um halb acht vor dem Fernseher versammelte, sind solche virtuellen Rudelbildungen zur «Tagesschau»-Zeit heute nicht mehr nötig. Dem zeitversetzten Fernsehen sei Dank. Die Konsumenten können ihre Sendungen ansehen, wann sie wollen, und dabei erst noch lästige Werbeblöcke überspringen. Das ärgert die Fernsehbetreiber. Viele Werbemillionen gehen ihnen flöten, weil immer weniger Zuschauer ihre Spots sehen. Nun haben sie dem Replay-TV den Kampf angesagt. Zusammen mit einzelnen Politikern wollen sie das zeitversetzte Fernsehen am liebsten gleich ganz verbieten.

Ein solcher Schritt wäre ein Rückfall in die Steinzeit, sagen die Kritiker eines Verbots – zu Recht! Denn der geliebte Vorspulknopf sollte längst auch bei Livesendungen Standard sein. Am Dienstag gegen 17.22 Uhr, als Emil Forsberg im russischen St. Petersburg an der Schweizer Strafraumgrenze an den Ball kam, hätten wir ihn dringend gebraucht. J. A.

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