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Glosse

Salzkorn

Sand ist heiss begehrt - allerdings nicht der Wüstensand.
Gudrun Piotrowski

Ein Witz aus alten Zeiten ging etwa so :Was passiert, wenn vier Ökonomen aus der DDR in die Wüste geschickt werden? Antwort: Nach drei Wochen gibt es keinen Sand mehr.

Das Land samt seinen belächelten Ökonomen hat aufgehört zu existieren, aber die hellen Sandstrände an der warmen Ostsee sind noch da und heiss begehrt. Anderswo sind dagegen schon ganze Strände und sogar Inseln verschwunden. 2008 traf es Jamaica, wo sich ein 400 Meter langer Strand kriminell in Luft auflöste. Das Verschwinden von mehr als zwei Dutzend indonesischen Inseln ging legal vonstatten. Schwimmbagger graben dem Meer oder auch Flüssen und Seen längst den Boden ab. Für alltägliche Produkte wie Mikrochips, Smartphone-Displays, Glas, Autos, Kosmetika etc. wird immer mehr Sand gebraucht. Auf jeden Erdenbewohner kommen 18 kg pro Tag. Wüstensand ist dafür leider unbrauchbar, weil seine Körner nicht genug haften. Da baut unsere Gesellschaft wohl schon zu lange auf Sand. G.P.

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