Salzkorn

Ein traditionsreiches Puppentheater beschäftigt die grosse Politik.

Thorsten Fischer
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Krawuzikapuzi, gerade noch mal gut gegangen. Das Wiener Urania-Puppentheater ist gerettet. Ein neuer Eigentümer sorgt dafür, dass Kasperl und Pezi auch künftig vor Publikum herumtollen dürfen. Wer glaubt, das drohende Aus habe in Österreich ausschliesslich die Jüngsten betrübt, irrt sich gewaltig. Das Puppentheater, dem ein Nachfolger fehlte, schaffte es locker in die grossen Nachrichten. Kommenden Freitag, wenn der bisher noch unbekannte Eigentümer vor die Medien tritt, sind auch Kasperl und Pezi höchstpersönlich anwesend.

Dass sich mehrere Politiker für die Rettung einsetzten, sehen manche als plumpe Wahltaktik oder weil Politik ohnehin ein Kasperltheater sei. Doch das ist unfair, nicht nur dem Kasperl gegenüber. Auch Grosse erinnern sich eben gerne daran, dass im Kampf zwischen Gut und Böse am Schluss das Gute gewinnt. Obwohl manche Erwachsene – zurück im Alltag – dann doch verblüffend dem unverbesserlichen Zauberer Kriegnixgnug ähneln.