Glosse

Salzkorn

Für Verluste durch schlechte Bewertungen in sozialen Medien können sich Firmen neuerdings versichern.

Urs Bader 
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Für Versicherungen hat sich ein neues Geschäftsfeld aufgetan: Geschäftsverluste, verursacht durch schlechte Bewertungen in sozialen Medien und auf Onlineplattformen. Bereits haben erste Firmen ihren Ruf versichert. Laut einem Versicherungsexperten werde zunächst die Frage gestellt, wie wohl der «perfekte Shitstorm» aussieht, der den Kunden treffen könnte. Danach gelte es, die Kosten- folgen für ihn abzuschätzen.

Da hat sich wirklich ein weites Feld aufgetan. Wie sähe so eine Versicherung denn für einen Politiker aus, der plötzlich am Online-Pranger steht, nur weil er sich vielleicht in einer Frage exponiert hat? Für die Medien, denen mit meist durchsichtiger Absicht vorgeworfen wird, Fake News zu verbreiten? Für den Staat, der immer öfter diskreditiert wird?

Vielleicht müssten sich darüber weniger die Versicherungen Gedanken machen als vielmehr wir alle. Und vor allem jene, die sich sehr oft anonym in den sogenannten sozialen Medien austoben. U. B.