Glosse

Salzkorn

Beliebte Floskel in der Politik? Die "Rückkehr zur Sacharbeit"

Werner Wunderlich
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Regierungen und Parteien erwecken den Eindruck, etwas, na ja, arbeitsscheu gewesen zu sein. Denn sie geben die Devise aus «Rückkehr zur Sacharbeit». Vor allem in der «Grossen Koalition» in Deutschland hatte man sich offenbar lange vor jener Arbeit gedrückt, die jetzt als sachbezogen und notwendig beschworen wird. Ganz so, als hätte es erst einer speziellen Arbeitsgenehmigung für die Erledigung des Regierungsauftrags bedurft.

Doch diese spitzfindige Vorhaltung ist vermutlich höchst ungerecht. Politische Fachkräfte mussten ja für die Koalition quasi in Akkordarbeit klären: Was bedeutet denn Arbeit als grundlegende Voraussetzung von Regierungstätigkeit? Die kreative Vision? Die Energie, die für Anstrengungen aufgewendet wird? Das Ergebnis politischer Gestaltung? Oder doch eher die Mühsal, die der Einsatz für’s Vaterland bereiten kann? Dann kam jemand auf die zündende Idee, das alles sei untrennbar mit der Sache Arbeit verbunden. So wurde «Zurück zur Sacharbeit» beschlossene Sache. W.W.