Glosse

Salzkorn

Der Bundesrat möchte die Deklarationspflicht für Lebensmittel lockern.

Silvan Lüchinger
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Wer weiss, woher sein Essen kommt, lebt länger. Darum gilt seit Mai dieses Jahres beim Verkauf von Lebensmitteln eine umfassende Deklarationspflicht. Ob im Ladenverkauf oder im Online-Handel: Herkunft, Inhaltsstoffe, Allergene und Zutaten müssen offengelegt werden. Auch wenn nicht jeder Konsument mit allen Angaben etwas anfangen kann.

Wer nicht selber eingekauft hat, will erst recht wissen, ob sein Schweinskotelett in Polen oder im Toggenburg aufgewachsen ist. Doch nun möchte der Bundesrat die Deklarationspflicht lockern. Woher der Beizentisch stammt, auf dem das Essen serviert wird, soll im Dunkeln bleiben.

Der WWF hat dazu eine Umfrage in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Mehr als 60 Prozent der Schweizer sind für die Weiterführung der Holzdeklarationspflicht. Dass französische und Schweizer Eiche nur schwer auseinanderzuhalten sind, spielt keine Rolle. Wichtig ist, ob der Nachbar ein heimisches oder ein ausländisches Brett vor dem Kopf hat. S.L.