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Salzkorn

Sprichwörter nerven? Auch wenn es zu fast jedem eines gibt, welches das Gegenteil behauptet, machen sie doch zumindest das Schreiben schön.
Bettina Kugler

Volkes Mund tut Wahrheit kund – oder auch nicht. Mit Sprichwörtern und Redensarten jedenfalls ist es wie mit Studien und Statistiken: Es gibt kaum etwas, das sie nicht behaupten würden. Und fast immer ist da auch eine andere, die das glatte Gegenteil beweist. Gleich und gleich gesellt sich gern? Ach was, Gegensätze ziehen sich an! Verständlich, dass sich eine Redaktion wie jene der «Zeit» in der Pflicht sieht, endlich einmal den Wahrheitsgehalt althergebrachter Weisheiten kritisch unter die Lupe zu nehmen, statt ständig nur Fake News zu kommentieren. Im «Zeit-Magazin» räumten neulich 33 Autorinnen und Autoren auf mit den aus ihrer Sicht nervigsten Sprichwörtern: ein Lesegenuss, sicher, da beisst die Maus keinen Faden ab.

Gleichwohl: Soll man Sätzen wie «Aller Anfang ist schwer» oder «Wer wagt, gewinnt» den Garaus machen, sie möglichst nicht an die eigenen Kinder weitergeben? Es wäre doch schade darum. Allein schon, weil sie auch faderen Texten ein wenig Würze geben. bk.

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