Glosse

Salzkorn

Laut einer neuen Studie ist die Zahl der Reichen in der Schweiz im vergangenen Jahr um 14 Prozent gewachsen. Muss man jetzt neidisch werden?

Pascal Hollenstein
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Illustration: Corinne Bromundt

Laut einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Capgemini ist die Zahl der Reichen und Superreichen in der Schweiz spektakulär gewachsen. Ganze 14 Prozent soll diese Bevölkerungsschicht 2019 zugelegt haben, von 384 000 auf 483 000 goldene Nasen.

Der helvetische Vermögenszuwachs fällt damit von 25 untersuchten Ländern am höchsten aus. In Deutschland legten die Betuchten vergleichsweise mickrige 9 Prozent zu.

Dennoch schimmerte in der Berichterstattung des «Spiegel» ernste Besorgnis durch. «Am Ende des Jahres», so schreibt das Blatt fast flehentlich, «könnte die Bilanz anders aussehen».

Hofft das Zentralorgan der Wohlmeinenden im grossen Kanton allen Ernstes auf die alles gleichmachende Kraft des Corona-Virus?

Den Kollegen in Hamburg und den Neidgenossen in der Ostschweiz sei gesagt: Vermögende haben es auch ohne Bazillen schwer genug. In der Studie werden sie als «High Net Worth Individuals» (HNWI) bezeichnet. Für kein Geld der Welt möchte man sich einen so schrecklichen Titel anhängen.