Salzkorn

Eugen Haltiner, Chef der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, hat etwas von einem tragischen Helden. Verstrickt in sein Schicksal, ist er unschuldig schuldig geworden.

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Eugen Haltiner, Chef der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht, hat etwas von einem tragischen Helden. Verstrickt in sein Schicksal, ist er unschuldig schuldig geworden. In Neudeutsch ausgedrückt: Als er die Herausgabe der Daten von UBS-Kunden verfügte, war er in einer Lose-lose-Situation, das Gegenteil der vielgerühmten Win-win-Situation. Nachdem er von der Politik im Stich gelassen worden war, konnte er nur mehr falsch entscheiden, konnte er nur mehr verlieren.

Sowohl ein Nichtentscheid (analog dem Verhalten des Bundesrats) wie auch die Verweigerung der Datenherausgabe hätten den Kollaps der UBS bedeuten können – mit unüberschaubaren negativen Folgen für unsere Volkswirtschaft und die Finanzmärkte. Und wie er sich dann schliesslich entschied, das erwies sich nun als unrecht.

Bloss: Hätten sich Politikerinnen und Politiker damals schon so dezidiert und so wissend zum Fall geäussert, wie sie es jetzt tun, wäre der brisante Entscheid nicht an einem Beamten hängengeblieben. U. B.