Salzkorn

Zum Jahreswechsel haben stets Utopien von einer besseren Welt Konjunktur. Beispielsweise der Wunsch nach einer «Welt ohne Geld». Diese wünschen sich in Talkshows sanfte, junge, sympathische Aktivistinnen gegen Atomenergie, Pelzmode, Militäreinsätze, Gentechnik, grosse Autos, Gier usw.

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Zum Jahreswechsel haben stets Utopien von einer besseren Welt Konjunktur. Beispielsweise der Wunsch nach einer «Welt ohne Geld». Diese wünschen sich in Talkshows sanfte, junge, sympathische Aktivistinnen gegen Atomenergie, Pelzmode, Militäreinsätze, Gentechnik, grosse Autos, Gier usw. Weil «unser» Reichtum immer nur andere Menschen ausbeute, käme man morgen viel besser ohne Geld aus.

Das zeige schon heute «radikal mutiges» Schwarzfahren oder «ehrlicher Aktionismus» wie kostenlose Lebensmittelbeschaffung aus Supermarktketten.

Kostenfrei ist diese Lebensweise natürlich nicht. Aber danach fragt weder das ökonomische Verständnis noch das soziale Gewissen von Parasiten, wenn sie am Ende einer Wertschöpfungskette Güter konsumieren.

Man hinterfrage nämlich weniger Inhalte, reflektiere stattdessen Widerstandsformen gegen das «herrschende System». Da hilft nur ein dialektischer Wunsch fürs neue Jahr: es einmal mit der umgekehrten Reihenfolge probieren. W. W.