Glosse

Salzkorn: Von Verschwörungstheorien und anderem Quark

Warum Goethe wie immer recht hatte.

Silvan Lüchinger
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Illustration: Corinne Bromundt

Der Verschwörungstheorien sind schon zu normalen Zeiten viele. Etwa, dass der FC St. Gallen von der Swiss Football League und den Schiedsrichtern regelmässig benachteiligt werde. Oder dass die CVP nur immer mehr Mandate verliere, weil man die Katholiken nicht möge. Wirklich beunruhigen können solche Thesen nicht.

Von anderem Kaliber dagegen sind Verschwörungstheorien, die im Zusammenhang mit Covid-19 an die Oberfläche geschwemmt werden. Etwa jene der Bewegung QAnon.

Blut getöteter Kinder

Danach wird die Welt von einem Geheimbund gesteuert, der sich mit dem Blut getöteter Kinder die ewige Jugend sichert. Solchen Abstrusitäten, möchte man meinen, können ja höchstens Amerikaner aufsitzen.

Aber auch in der Schweiz gibt es QAnonisten. Dieser Tage hat ein Ausserrhoder einem Boulevardblatt zu Protokoll gegeben, dass er sehr wohl an die Grundzüge der Bewegung glaube. Das mit dem Kinderblut sei aber eher ein Nebengeleise. Immerhin.

Was QAnon ist – mit Q wie Quark – wusste Goethe nicht. Aber eines galt ihm als gesichert: Getretener Quark wird breit, nicht stark.