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Sexismuskeule

Chefredaktor Jérôme Martinu zur Gleichberechtigung der Frauen in der Geschäftswelt.
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Viele kluge, engagierte und zu Recht kämpferische Worte waren rund um den Weltfrauentag zu hören und zu lesen. Beispiel: Lohnungleichheiten. Dass solche allein wegen des Geschlechter- unterschieds bestehen – das darf im Jahr 2018 einfach nicht sein. Und wenn in der Schweiz, nach Jahrzehnten des Lavierens, die Umsetzung von griffigeren Lohnregeln mit dem Bürokratie-Argument ausgebremst werden soll, so ist das peinlich.

Kaum jemand stellt grundsätzlich die Gleichberechtigung der Frauen auch in der Geschäftswelt in Frage. Die Realität ist dennoch eine andere. So sind Frauen nur in knapp 40 Prozent der Geschäftsleitungen vertreten. Völlig klar, dass sich dies stark verbessern muss – im Gleichschritt mit dem nötigen Fortschritt bei familienergänzenden Betreuungsstrukturen. Bloss: Die Diskussion darüber verläuft zäh und oft zu polemisch. Hilft es wirklich weiter, wenn in der Debatte um Frauenmangel im Management von den Frauen der Machotum-Vorwurf erhoben wird?

Überhaupt: Es ist in letzter Zeit – insbesondere wegen der #MeToo-Debatte – schwierig geworden für die Männer. Darf man einer Frau eigentlich noch einen Kaffee offerieren? Ist ein Kompliment schon übergriffig? Der Flirt gleich eine Grenzüberschreitung? Selbst der Wunsch nach einer Diskussion solcher und ähnlicher Fragen wird derzeit nur zu gerne mit der Sexismuskeule geprügelt.

Ja, Lernbereitschaft und -tempo der Männer waren viel zu lange lamentabel. Aber nun heftig zurückzuschlagen, ist das nicht ebenso destruktiv? Erfreulich ist darum der Appell, den eine Kollegin in unserer dem Frauentag gewidmeten Donnerstagsausgabe an ihre Geschlechtsgenossinnen richtet: «Weniger Prüderie und Hysterie – mehr Pragmatismus und Machtinstinkt.»

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

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