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Kolumne

«Mein Bild»: Sie bringen Farbe in den grauen Alltag

Die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen sind in der Regel streng. Wenn sich Ureinwohner in traditioneller Kleidung einem Check unterziehen müssen, kommt es zu skurrilen Szenen.
Mit ihrer traditionellen Kleidung fallen die Ureinwohner am Flughafen garantiert auf. (Bild: Mark Schiefelbein/Keystone (Papua-Neuguinea, 17. November 2018))

Mit ihrer traditionellen Kleidung fallen die Ureinwohner am Flughafen garantiert auf. (Bild: Mark Schiefelbein/Keystone (Papua-Neuguinea, 17. November 2018))

Eigentlich tun sie mir leid, die Sicherheitsleute am Flughafen. Was für ein langweiliger Job: «Gürtel ausziehen!», «Computer in die Kiste legen!», «Flüssigkeiten entsorgen!» Tag für Tag geben sie die gleichen Anweisungen. Und noch immer wissen viele Passagiere offenbar nicht, dass sie weder Trinkflaschen noch Sackmesser mitführen dürfen.

Ich hätte dafür keine Nerven. Dass meine Geduld ziemlich schnell aufgebraucht ist, hatte mich schon fast die Einreise in die USA gekostet. Es fing ganz harmlos an: Die Beamten ratterten den obligaten Fragebogen runter. Meines Erachtens mit ziemlich irrwitzigen Fragen. Die Abfragerei war aus meiner Sicht repetitiv und überflüssig. So dachte ich, für einmal den Beamtenjob unterhaltsamer zu machen und antwortete auf alle Fragen mit einer dämlichen Gegenfrage. «Führen Sie Fleisch ein?» «Oh mein Gott, hat es zu wenig in den USA? Ich dachte, die Leute hier hätten mit Übergewicht zu kämpfen.» Etwa so. Genau erinnere ich mich nicht.

Auch auf die Frage nach mitgeführten Waffen habe ich rückblickend doof reagiert. Immer mehr Beamte reihten sich um mich. Erlöst hat mich letztlich eine französisch sprechende Oma samt Enkel, die eine Dolmetscherin brauchte. Mit zwei Stunden Verspätung und einem berechtigten Rüffel traf ich dann endlich auf meine Gastfamilie.

Die Ureinwohner von Papua-Neuguinea sorgen beim Sicherheitspersonal sicher auch für Abwechslung – wohl im positiven Sinn. Es kommt gewiss nicht alle Tage vor, dass Ureinwohner in der traditionellen Bekleidung durch die Sicherheitsschleusen spazieren. Ob bei ihnen was piepst? Wahrscheinlich. Ansonsten würde der Beamte den Passagier auf dem Foto kaum abtasten. Was genau er sucht, darüber liesse sich jetzt spekulieren – ich wage es nicht, mich diesbezüglich aus dem Fenster zu lehnen. Die Reisenden waren übrigens auf dem Weg in die Vereinigten Staaten zu einem Treffen mit dem US-Vizepräsidenten Mike Pence. Dort angekommen dürften sie am Flughafen im Gegensatz zu mir auch ohne dumme Gegenfragen im Mittelpunkt gestanden haben.

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