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«Stadtwärts»: Schweigen im Gedränge

Wenn die Region Luzern im Verkehrschaos versinkt und man dicht gedrängt in einem Bahnersatzbus steckt, kann etwas nerviges Geplapper fast schon erlösend sein.
Simon Mathis
Simon Mathis

Simon Mathis

«Es ist heiss!», jammerte das Mädchen. Ich bekomme keine Luft! Meine Schwester stirbt!» Einige Passagiere des rappelvollen Busses richteten besorgt ihre Blicke auf das Mädchen. Glücklicherweise meldete sich die Schwester sofort: «Ach was, mir geht’s gut!» Aufatmen im Bahnersatzbus.

Wir alle waren am Donnerstagabend unterwegs von Hergiswil nach Luzern. Das erneute Verkehrschaos um die A2 liess die Busse überquellen. Schulter an Schulter standen wir da, ich wagte meine Füsse kaum einen Zentimeter zu bewegen. Anfangs ärgerte ich mich noch über das Geplapper des Mädchens. Aber bald schon war ich froh darum. Denn sie sprach nur das aus, was wir alle dachten. Zum Beispiel: «Ich muss bestimmt noch eine halbe Stunde hier im Gedränge stehen!» Und hätte sie nicht gesprochen, wäre es gespenstisch still gewesen im Bus. Wenn man sich schon so nahe kommt, sollte man sich nicht anschweigen.

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