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Steuer-Highlight

Chefsache
Jérôme Martinu, Chefredaktor
Jérôme Martinu

Jérôme Martinu

Zwei Tage vor der Premiere erinnert mich unsere Zeitung daran, dass in der ehemaligen Garnfabrik Viscosi in Emmenbrücke «Rigoletto» von Giuseppe Verdi inszeniert wird. Der Opernklassiker in einer stillgelegten Industriehalle im aufstrebenden Luzern Nord – spannend. Ein paar Mausklicks später habe ich beim Luzerner Theater aus den Ferien in den Bergen zwei der letzten Tickets gekauft. Ein spontaner und richtiger Entscheid. Zwar bin ich weder ein sehr regelmässiger Theatergänger noch ein Opernfan, aber: Diese Inszenierung war eine Wucht! Spielort, Einbezug des Publikums, Kostüme, Musik, Spiel – auch für den Laien war das Paket als Ganzes ausserordentlich. Der «Rigoletto» wird ein gesellschaftlich-­kulturelles Highlight dieser Kultursaison.

Eine ausserordentlich aufwendige, teure Inszenierung war das wohl auch. Ja, ich weiss. Diese und alle anderen Aufführungen des Luzerner Theaters sind überwiegend mit Steuergeldern finanziert. Über die Höhe dieser Subventionen wird zu Recht auch immer wieder debattiert. Aber für «Rigoletto» an diesem industriegeschichtlich bedeutenden Ort habe ich jeden Steuerrappen gerne gezahlt.

Stichwort Subventionen: Die grandiose Oper fällt just in die Zeit, in der gewisse Kantone aus Spargründen ihre Zahlungen in den Kulturlastenausgleich in Frage stellen. Zuerst stellte der Aargau seine Beiträge an die Adressen der Kantone Luzern und Zürich zur Disposition, und nun erwägt Schwyz, nur noch auf freiwilliger Basis Zahlungen an die Produktionen der grossen Luzerner Kulturhäuser zu überweisen. Der Kulturlastenausgleich trägt allerdings der Mobilität des Publikums Rechnung. Und die macht nun mal nicht an Kantonsgrenzen Halt. Sparen auf diese Art und Weise ist also ziemlich kurzsichtig.

Jérôme Martinu, Chefredaktor

jerome.martinu@luzernerzeitung.ch

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