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Toxische Emotionen

Einblicke: Unser Kolumnist Werner Keiser über Gefühle, die einem nicht gut tun – und Tricks, wie man sie los wird.
Werner Keiser, dipl. Übersetzer
Werner KeiserInhaber Sprachatelier Sempach Kolumne

Werner Keiser

Inhaber Sprachatelier Sempach Kolumne

Einverstanden, «toxische Emotionen» klingt abgehobener als etwa «vergiftete Gefühle». Die Frage aber ist: Wie kann man sich psychologisch entgiften, wenn der Ärger überhandnimmt? Beispiel: Sie bekommen auf eine Anfrage via Mail oder SMS einfach keine Antwort. Telefonisch nachhaken wird ignoriert, schuld ist diese maledeite Ruferkennung. Vertröstende Antworten wie «Wir rufen Sie zurück» ver­gällen Ihnen den Tag, das Wochenende ja gar den anstehenden Urlaub.

Ein weiteres Telefon am Montagmorgen wagen? Es gibt bessere Zeitpunkte. Eher an einem «Jeudredi», französisches Wortspiel für Jeudi und Vendredi. Die Krux: Bei mehrmaligem Anrennen wird man als «Stürmi» wahrgenommen.

Tipp eins: Versuchen Sie es mit der guten alten physischen A-Post. Von Hand angeschriebene Adresse, Vermerk «persönlich», leserlich mit Füllfederhalter geschrieben, keine krakelige Schrift, eine edle Sondermarke aufs Couvert mit Stempel der örtlichen Post, nicht Härkingen. Ihre Chancen steigen. Jetzt noch eine gesunde Portion Geduld. «Geduld ist bitter, aber sie trägt süsse Früchte» (J. J. Rousseau). Die Aussicht auf Erfolg steigt.

Tipp zwei: Sie wagen einen Spontantermin bei einer Firma und behelfen sich mit einem bewährten Aussendienstmitarbeitertrick: «Ich bin zufällig in der Gegend.» Wie kommen Sie tiefenentspannt an der kratzbürstigen Empfangsdame vorbei, die Sie gleich abzuschmettern versucht? Schliesslich ist dies ihr Job. «Schreiben Sie ihm ein Mail!», ist mittlerweile Standard und der Gipfel der Unhöflichkeit. Also: Halten Sie gerade jetzt ihre toxischen Emotionen im Zaum, besinnen Sie sich auf Ihre Spezialtugenden. Umgarnen Sie den nur den Job machenden «Drachen» mit Charme und Witz, ist sie normalerweise doch recht umgänglich.

Vielleicht ist sie just in diesem Moment etwas unterzuckert, leidet selber an toxischen Emotionen, hervorgerufen durch privaten Beziehungsknatsch oder Eifersüchteleien am Arbeitsplatz. Greift die Dame wider Erwarten doch zum Hörer – gratuliere, eine entscheidende Hürde ist überwunden! Lassen Sie sich von einem «Nein» keinesfalls entmutigen. Ein neuer Anlauf nach kurzer Karenzfrist kann durchaus klappen. «Nein» ist doch nichts anderes als die Abkürzung für «Noch-eine-Information-nötig». Ich wünsche Ihnen einen toxikologisch freien, sprich erbaulichen Sonntag!

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