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Kolumne

Villa Kunterbunt: Wenn der Sohn seinen eigenen Weltrekord im Lesen aufstellt

Vom Vorlesen und Lesen mit den eigenen Kindern
Roger Berhalter
Online - Leben - Kolumnen - Villa Kunterbunt

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In letzter Zeit ist mein sechsjähriger Sohn oft unansprechbar. Gedankenverloren in einer anderen Welt. Er reagiert dann nicht einmal mehr auf seinen Namen. Erst wenn ich ihn mit beiden Händen fasse und ihn laut anspreche, nimmt er mich wahr, kehrt in diese Welt zurück und blickt von seinem Buch auf. Er liest jetzt. Am liebsten ständig und überall. Einmal hat er am Bahnhof den ganzen Weg vom Zug zum Bus mit einem Buch vor dem Gesicht zurück­gelegt. Einmal hat er ein Erstleserbuch in drei Tagen geschafft und gesagt, das sei Weltrekord. Aktuell liest er Astrid Lindgren, und wehe, Papa stört ihn dabei.

Es gab einmal eine Zeit im Kindergarten, da fürchtete sich der Kleine vor der Schule. Es dauerte eine Weile, bis meine Frau und ich herausfanden, warum: Er hatte Angst, dass wir ihm nicht mehr vorlesen würden, wenn er das Alphabet beherrscht. Wir versprachen, es weiterhin zu tun.

Heute vertragen sich Lesen und Vorlesen bestens. Manchmal passiert es sogar gleichzeitig. Etwa dann, wenn ich eine Gute-Nacht-Geschichte vortrage und mein Sohn flüsternd mitliest. Manchmal schaut er sich ein Buch auch schon vorab an. Später drückt er es mir dann in die Hand, zeigt auf ein Kapitel mittendrin und bittet mich, dort einzusteigen: «Ich weiss, wo es spannend wird.»

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