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Gute Frage: Können Schnecken ihr Haus reparieren?

Claudia Füssler
Zum Glück blieb ihr Häuschen noch ganz. (Bild: KEY)

Zum Glück blieb ihr Häuschen noch ganz. (Bild: KEY)

Der Schaden ist schnell angerichtet: ein unachtsamer Tritt und das Schneckenhaus ist zerbrochen. Handelt es sich dabei nur um Risse oder auch kleine Löcher, kann die Schnecke das gut reparieren. Schneckenhäuser bestehen aus Kalk. «Die Tiere haben innerhalb der Schale einen Eingeweidesack, der Kalk und Proteine nach aussen abgeben kann und so Bruchstellen verschliesst», sagt Volker Nehring, Biologe an der Universität Freiburg.

«Der Kalk kann entweder aus der Umgebung entnommen werden oder sogar von anderen Stellen der Schale verlagert werden.» Die weiche Kalkmasse wird von innen an das Loch oder den Riss abgegeben, die Eiweisse sorgen dafür, dass die Stellen aushärten. Das dauert bei kleineren Schäden nur wenige Stunden bis Tage.

Ist das Haus grossflächiger kaputt, ist entscheidend, ob innere Organe der Schnecke beschädigt sind. Ist das nicht der Fall, kann es helfen, die Leerstelle mit einem Stück sauberen Klebeband zuzukleben, allerdings ohne dass dieses den Weichkörper berührt. Das Klebeband fungiert dann als eine Art Stützkorsett für die neue Kalkschicht. Die reparierten Stellen sind später auch sichtbar, sie weisen eine andere, gröbere Struktur auf als das Originalhaus. Die Funktion ist jedoch nicht beeinträchtigt. «Eine Untersuchung an Meeresschnecken hat gezeigt, dass die Narben im Gehäuse tatsächlich überhaupt keinen Einfluss auf die Stabilität haben», sagt Volker Nehring.

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