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Kolumne

Künstlicher Stau und Klimaschutz

Der sinnvollen städtischen Umweltpolitik kommt wieder einmal die Ideologie in die Quere.
Valentin Landmann
Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

Valentin Landmann, Rechtsanwalt.

Sobald das Wort Klimaschutz auftaucht, verdrängen aus meiner Sicht religionsartige Überlegungen die rationale Einschätzung. Gedanken vom Sünder und Gedanken an eine kosmopolitische Strafe verdrängen die Frage, was man sinnvoll und auch ohne den Rückgriff auf die Klimareligion tun kann, um die Umwelt zu schützen.

Da gibt es z. B. die Frage, wie man vermeiden kann, dass unsere Städte in Abgasen ersticken.

Hierzu gibt es durchaus gangbare Mittel, die wir auch tatsächlich sinnvoll anwenden:

– Die europäischen Staaten schaffen sinnvolle Richtlinien für die Abgase von Motorfahrzeugen. Manchmal sogar am Rand des Machbaren. Grundsätzlich aber ist es richtig, die Abgaswerte zu verbessern.

– Öffentlicher Nahverkehr ist in vielen schweizerischen Städten bereits zu einem guten Teil elektrifiziert. Nicht nur elektrische Tramwagen, sondern auch Autobusse, gespeist von elektrischen Oberleitungen, verkehren in vielen schweizerischen Städten.

Diese Politik geht nicht auf

Doch nun kommt der sinnvollen städtischen Umweltpolitik wieder einmal die Ideologie quer: Tatsache ist, dass sehr viele Einwohner auf Privatverkehr angewiesen sind und dass die öffentlichen Verkehrsträger nicht in der Lage wären, sämtlichen Privatverkehr zu schlucken. Trotzdem fordert die in vielen Städten verbreitete Ideologie, dass man allen Autofahrern und Lastwagenfahren das Fahren in die Stadt verleiden muss. Und das gehe am besten mit zwei Mitteln: Produktion von Stau durch entsprechende Verengungen, Strassenführungen, Ampelschaltungen usw. sowie Einschränkung der Parkplatzzahl.

Der Gedanke ist: Irgendwann wird es auch dem Letzten zu blöd werden, in eine Stadt zu fahren, in der er schon beim Einfahren in die Stadt mehr als eine Stunde verliert und schliesslich bei der Parkplatzsuche nochmals eine Stunde herumkreisen muss, bis er vielleicht etwas findet.

Diese Politik geht nicht auf. Da sehr viele Einwohner auf ein Fahrzeug angewiesen sind und die Wirtschaft sich nicht einfach abstellen lässt, fahren riesige Mengen von Fahrzeugen in den Städten. Aber der Treibstoffverbrauch und damit der Abgasausstoss dieser Fahrzeuge ist ein Vielfaches des Ausstosses, den diese Fahrzeuge haben würden, wenn die Verkehrspolitik auf möglichst flüssigen Verkehr gerichtet wäre. Die ganze Umweltbelastung tragen die Städte.

Vorbilder im Ausland

Wer für wirkliche Umweltentlastung in den Städten ist, muss eigentlich konsequenterweise für flüssigeren Verkehr sein. Und auch da gibt es viele Möglichkeiten und sogar Vorbilder, etwa im nahen Ausland.

Dort wird in vielen Städten z. B. auf Einfallstrassen der Verkehr morgens dreispurig stadteinwärts geführt.

Am Nachmittag kommt die Umschaltung, und die drei Spuren führen auswärts, während der Einlassverkehr entsprechend verengt ist. All das sind Massnahmen für flüssigen Verkehr und in diesem Sinne für besseren Umweltschutz in den Städten. Warum vergessen wir diese Massnahmen in der Schweiz? Künstlicher Stau ist das Schlimmste, was wir im Sinne des Umweltschutzes und auch der Klimapolitik tun können.

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