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Kolumne

Postkarte aus Blaubeuren: Kunst statt Blei

Julia Nehmiz

Welche Stadt kann schon einen sagenumwobenen See, einen Zungenbrecher plus die ältesten Kunstwerke der Welt ausweisen?

Nicht dass Sie denken, der Zungenbrecher sei das älteste Kunstwerk – Kunst ist er aber auch, der schwäbische Dichter Eduard Mörike hat 1853 dem Versle ein literarisches Denkmal gesetzt in seinem Märchenroman «Das Stuttgarter Hutzelmännlein». Der Zungenbrecher erlöste die in den Blautopf (der sagenumwobene, tiefe See in Blaubeuren heisst wirklich so) verbannte Nixe: «‘s leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura, glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei.» Auf Deutsch heisst das so viel wie «es liegt ein Klötzchen Blei gleich bei Blaubeuren».

Was Mörike damals nicht wusste: Gleich bei Blaubeuren liegen die ältesten Kunstwerke der Menschheit. Der Blautopf mit seinem blaugrünen Wasser ist romantisch anzuschauen, aber im urgeschichtlichen Museum warten Schätze. 40000 Jahre alte Flöten und Figuren aus Mammutelfenbein. Man staunt: Die schwäbischen Eiszeitmenschen hatten Musse für Kunst – und vielleicht auch für einen Zungenbrecher.

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