Kunstvolles Fahr- und Lebensgefühl

Harley-Davidson verbindet gekonnt Kunst und Technik, Style und Lebensgefühl.

Drucken
Teilen
Die brandneuen Harley-Davidson-Modelle Softail Slim präsentieren sich vor malerischer Kulisse im Künstlerviertel Wynwood von Miami, Florida. (Bild: PD)

Die brandneuen Harley-Davidson-Modelle Softail Slim präsentieren sich vor malerischer Kulisse im Künstlerviertel Wynwood von Miami, Florida. (Bild: PD)

Was schon zu Elvis’ Zeiten begann, wird vom Hersteller der Kultbikes aus Milwaukee konsequent weitergesponnen; immer mehr Harleys werden umgebaut und mitunter zu fahrenden, individualisierten Kunstwerken.

Auf technischer Seite sind da einerseits die Motorradbesitzer, die durch Umbauten Unikate entstehen lassen, die ihrem eigenen Stil und Lebensgefühl entsprechen. Anderseits sind da nebst Harley-Davidson (H.-D.) selbst – der Hersteller bringt jährlich einige Sonderanfertigungen heraus – aber auch die zig Zulieferer und Zubehörhersteller, deren Extrateile sich mühelos an eine Harley montieren lassen. Dabei beobachtet H.-D. in allen Verkaufsregionen der Welt den Markt sehr aufmerksam, um Trends frühzeitig zu erkennen und mit neuen Modellen oder Sonderausführungen, aber auch mit Zubehör und Accessoires den Bedürfnissen der Kunden zu entsprechen. Dies bestätigt beim Presse-Event in Miami Beach auch Frank Savage, Industrial Designer im Designer-Team von Firmeneigner Willy G. Davidson: «Bei Events und Treffen von Harley-Fahrern schaue ich mir die umgebauten Modelle sehr genau an und staune, wie stark sich schon mit kleinen Umbauten die Originale verändern und wie sie plötzlich anders wirken. Und ich staune ob der Kreativität und dem Sinn für Ästhetik vieler Harley-Besitzer.» Die so gewonnenen Inputs trägt Savage zurück ins Design-Atelier und lässt sie beim Zeichnen neuer Modelle oder der erwähnten Sonderausgaben einfliessen.

Auch Kunstflieger Hannes Arch musste herhalten. Diese Softail Slim gefalle ihm noch etwas besser als die Seventy-Two, schmunzelte er. (Bild: PD Harley-Davidson)
95 Bilder
Willkommen zur Bildergalerie zum Presse-Event von Harley-Davidson in Miami Beach ... (Bild: PD Harley-Davidson)
... and welcome to Miami. (Der Ohrwurm von Will Smith begleitete mich die ganzen Tage; Sie denken ihn sich einfach dazu. (Bild: PD Harley-Davidson)
Nach einer unruhigen ersten Nacht gings am nächsten Morgen schon bald auf die Motorräder. Sänger Baschi freuts - er darf erstmals eine unplombierte grosse Maschine fahren. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Szenerie war umwerfend und passte zum «Art of Custom»-Event, der die Lebenslust, die Farbenpracht und die Individualität des Südens der USA herausstreichen sollte, die auch für Harley-Davidson so typisch ist. (Bild: PD Harley-Davidson)
Ein echter Klassiker, diesmal auf vier Rädern. (Bild: PD Harley-Davidson)
Für genügend Flüssigkeit ist gesorgt. (Bild: PD Harley-Davidson)
Nach einer ersten Fahrt durch die Stadt kündeten erste bemalte Lastwagen bereits an: Wir näherten uns dem Künstlerviertel Wynwood. (Bild: PD Harley-Davidson)
In einem nicht öffentlichen Showroom wurde der Brückenschlag Musik-Kunst-Motorrad veranschaulicht: Gibson-Gitarren und Gemälde des kubanischen Künstlers Lebo wurden gemeinsam mit Harleys im Showroom präsentiert. (Bild: PD Harley-Davidson)
Details zur Verbindung zwischen Kunst und Harley durch Frank. Im Hintergrund eine erste Sportster Seventy-Two in Speziallackierung. (Bild: PD Harley-Davidson)
Baschi, neu «Ambassador» für Harley-Davidson in der Schweiz, gefallen nicht nur die kunstvoll gestalteten Gibson-Gitarren von Lebo, sondern auch dessen Tanks. (Bild: PD Harley-Davidson)
Lebo selbst gefallen sie auch. (Bild: PD Harley-Davidson)
Der Künstler und sein Mäzen: Willy G. Davidson, Miteigentümer, Senior Vice President & Chief Styling Officer von Harley-Davidson. (Bild: PD Harley-Davidson)
Lebo durfte schon mehrere Maschinen exklusiv für Harley-Davidson bemalen. Hierzu hört er genau hin, wenn ihm The Boss Willy G. etwas erklärt. (Bild: PD Harley-Davidson)
Lebos Stil erkennt man sofort wieder; hier einige seiner Bilder. (Bild: PD Harley-Davidson)
Lebos Stil erkennt man sofort wieder; hier einige seiner Bilder. (Bild: PD Harley-Davidson)
Reisszähne einer Bestie. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tanks weiterer Künstler, die im Showroom gezeigt wurden. (Bild: PD Harley-Davidson)
Totale vom Showroom. (Bild: PD Harley-Davidson)
Back on the road: Nach diesem Kunst-Halt gings erst richtig tief in die Materie: Fahrt ins Herz des Künstlerviertels Wynwood. (Bild: PD Harley-Davidson)
Back on the road: Nach diesem Kunst-Halt gings erst richtig tief in die Materie: Fahrt ins Herz des Künstlerviertels Wynwood. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen in Reih und Glied, im Wynwood-Restaurant wartete bereits das Essen - und literweise Wasser für die durstigen Kehlen. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen in Reih und Glied, im Wynwood-Restaurant wartete bereits das Essen - und literweise Wasser für die durstigen Kehlen. (Bild: PD Harley-Davidson)
Dieser Nachzügler ist ein Tausendsassa: Es ist Kunstflug-Europameister und Sieger des Red Bull Air Race Hannes Arch aus Österreich. Er fungiert neu als Ambassador für Harley-Davidson in seinem Heimatland. (Bild: PD Harley-Davidson)
Mittagessen in Wynwood. (Bild: PD Harley-Davidson)
Nach dem Essen beginnen die Aufbauarbeiten für eine grössere Fotosession. (Bild: PD Harley-Davidson)
Auch die neue Seventy-Two in Metal-Flake-Lackierung wurde ins rechte Licht gerückt. (Bild: PD Harley-Davidson)
Fototermin mit Baschi. (Bild: PD Harley-Davidson)
Fototermin mit Baschi. (Bild: PD Harley-Davidson)
Fototermin mit Baschi. (Bild: PD Harley-Davidson)
Fototermin mit Baschi. (Bild: PD Harley-Davidson)
«Und jetzt alle bitte nach links schauen.» Fotoshooting für die Seventy-Twos. (Bild: PD Harley-Davidson)
«Und jetzt alle bitte nach rechts schauen.» Fotoshooting für die Seventy-Twos. (Bild: PD Harley-Davidson)
Perfekte Umsetzung des Event-Mottos: Custom-Bikes und Kunst im Herzen Miamis. (Bild: PD Harley-Davidson)
Hannes Arch und die Slim. (Bild: PD Harley-Davidson)
Firmeneigner Willy G. Davidson hingegen mag die reduzierte, schlichte Seventy-Two sehr. (Bild: PD Harley-Davidson)
Seine Ehefrau Nancy ist Director of Styling und somit verantwortlich für den Look aller Harley-Davidson-Kleidung. (Bild: PD Harley-Davidson)
Frank Savage, der Designer, ist die vielen Fotoshootings schon gewohnt, nicht aber die für ihn zu niedrige Seventy-Two. Er mag grössere Maschinen mit vorverlegten Fussrastern. (Bild: PD Harley-Davidson)
Baschi auf der senfgelben Metal-Flake-Maschine: «Chomm, bring ihn hei!" (Bild: PD Harley-Davidson)
Baschi auf der senfgelben Metal-Flake-Maschine: «Chomm, bring ihn hei!" (Bild: PD Harley-Davidson)
Auch die Schreibenden sassen und standen Probe. Meine Wahl fiel auf die schwarze Slim. (Bild: PD Harley-Davidson)
Auch die Schreibenden sassen und standen Probe. Meine Wahl fiel auf die schwarze Slim. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen liessen alles über sich ergehen. Und es gibt viele schöne bemalte Wände in Wynwood! (Bild: PD Harley-Davidson)
Bunt bemalte Wand in Wynwood. (Bild: PD Harley-Davidson)
Bunt bemalte Wand in Wynwood. (Bild: PD Harley-Davidson)
«Auf die Sättel, ihr Frauen und Mannen!» Ausritt im Künstlerviertel. (Bild: PD Harley-Davidson)
Gruppenfoto der Schweizer: Zweiter von rechts Dominique Collet vom Marketing von Harley-Davidson Schweiz, Dritter von rechts Geschäftsführer Martin Schmied. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Schweizer Motorrad-Journalistengruppe: rechts vorne zwei Seventy-Twos, links vorne zwei Softail Slims. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Schweizer Motorrad-Journalistengruppe. (Bild: PD Harley-Davidson)
Cruisin'. (Bild: PD Harley-Davidson)
Ein weiterer unvergesslicher Ausflug mit den Bikes steht an: Key West. (Bild: PD Harley-Davidson)
Ob Baschi in der Schweiz wohl auch eine Slim fahren wird? (Bild: PD Harley-Davidson)
Der Stau dauerte nur kurz. Zudem hatten wir ja Motorräder. (Bild: PD Harley-Davidson)
«Come closer!» Der Fotograf auf der Maschine vor mir winkte mich immer näher zu sich heran. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Besiedelung wird spärlicher; die Gruppe nähert sich den Everglades. (Bild: PD Harley-Davidson)
Fotograf Lionel auf dem Rücksitz einer E-Glide. Was für ein Arbeitsplatz! (Bild: PD Harley-Davidson)
Endlose Weiten auf dem Weg nach Key West, und dies «at strictly 60 miles per hour». (Bild: PD Harley-Davidson)
Endlose Weiten auf dem Weg nach Key West, und dies «at strictly 60 miles per hour». (Bild: PD Harley-Davidson)
Abstecher von der Hauptachse: Zu Beginn des Everglades-Gebiets gabs eine Trinkpause, verbunden mit einem weiteren Fototermin. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Maschinen waren weniger durstig als wir. Aber langsam stieg die Motorenhitze die Beine empor. (Bild: PD Harley-Davidson)
Baschi wünscht sich schleunigst besagten Sommer her. (Bild: PD Harley-Davidson)
Kamera ausgepackt, Blitzlichtanlage aufgestellt, Maschine hergerollt, und bereit war die Kulisse fürs nächste Shooting. (Bild: PD Harley-Davidson)
Liegender Baschi auf stehender Harley. (Bild: PD Harley-Davidson)
Baschi auf seiner Harley. (Bild: PD Harley-Davidson)
Ich zog den Schattenplatz vor. (Bild: PD Harley-Davidson)
Pelikane begleiten ein Auto in entgegengesetzter Richtung. Zum Glück fuhr ich da eine Roadking mit Tempomat, sodass ich mit der rechten Hand fotografieren konnte. (Bild: PD Harley-Davidson)
Das Restaurant Hungry Tarpon. Tarpune sind heringähnliche Knochenfische, aber gross. Grösser. Tarpune. Sehen Sie selbst! (Bild: PD Harley-Davidson)
Ein erster Eindruck von der Grösse der Tarpune: Das sind nicht etwa Entchen, sondern grosse Pelikane im Wasser. (Bild: PD Harley-Davidson)
Ein Einheimischer zeigt Baschi, wie man die Tarpune zum Springen bringen kann. Allerdings verliert er den offerierten Fisch. (Bild: PD Harley-Davidson)
Baschi fasst sich ein Herz - und ein Fischchen ... und erschrickt ganz grauenhaft, als plötzlich ein solcher 1,5-Meter-Fisch nach seinem Leckerli schnappt. (Bild: PD Harley-Davidson)
Dollarnoten verzieren die Hungry-Tarpon-Bar. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Weiterfahrt bis Key West ersparen wir uns und wenden. Lediglich einige «tough guys» der Journalistengruppe nehmen die zusätzlichen 220 Kilometer unter die Räder. (Bild: PD Harley-Davidson)
Die Weiterfahrt bis Key West ersparen wir uns und wenden. Lediglich einige «tough guys» der Journalistengruppe nehmen die zusätzlichen 220 Kilometer unter die Räder. (Bild: PD Harley-Davidson)
Stadion in Sicht! Wir nähern uns der Stadt Miami wieder. (Bild: PD Harley-Davidson)
Traumhafte Kulisse. (Bild: PD Harley-Davidson)
Tarpune sind heringähnliche Knochenfische, aber gross. Grösser. Tarpune. Sehen Sie selbst! (Bild: PD Harley-Davidson)

Auch Kunstflieger Hannes Arch musste herhalten. Diese Softail Slim gefalle ihm noch etwas besser als die Seventy-Two, schmunzelte er. (Bild: PD Harley-Davidson)

Handbemalte Harleys

Bei H.-D. geht man seit einiger Zeit zudem einen weiteren Weg: Anerkannte Künstler werden eingeladen, eine Maschine oder auch nur einzelne Teile wie Benzintanks, Heckfender oder Sättel kunstvoll zu gestalten.
So gesehen beim kubanischen Künstler Lebo, der in Miamis Künstlerviertel Wynwood zu den Grossen gehört und im Auftrag des Motorradherstellers Tanks von Hand bemalt. Solche Einzelbemalungen und -lackierungen, aber auch die werkseigenen Spezialeditionen sind stets auf maximal 200 durchnummerierte Exemplare beschränkt und gehen gemäss Aussage von Ken Ostermann, General Manager Marketing Operations von H.-D. International, in den USA und vor allem in Europa weg wie warme Semmeln. «Gut möglich, dass wir so auch den einen oder anderen gestandenen Harley-Besitzer zum Kauf einer zweiten oder dritten Harley ‹verführen› können», meint Ostermann lachend.

Wandernde Trends

Spannend sei zudem, sagt Harley-Schweiz-Geschäftsführer Martin Schmied, dass die Trends auch wanderten. Was derzeit in Asien oder Amerika hype ist, kommt unter Umständen erst in einigen Jahren nach Europa – oder gar nicht. Weltweit würden nach dem Kauf etwa 80 Prozent aller Harleys durch Umbau und/oder Bemalung individualisiert, erklärt Schmied weiter. Dabei bleibt es nicht nur bei den Maschinen. Kleidung, Helme und die ganze Palette an Accessoires stehen begeisterten Harley-Fahrern zur Verfügung, um sich und ihr Motorrad individuell zu gestalten – was selbstredend das Lebensgefühl und die Fahrfreude steigert. «Etwa 9000 Artikel beinhaltet allein der neue Harley-Katalog 2012», erzählt Schmied und fügt schmunzelnd an: «Diese werden derzeit an die rund 3300 Maschinen geschraubt, die 2011 in der Schweiz verkauft wurden.»
Manch stolzer Harley-Besitzer ist zudem Mitglied einer regionalen Harley Owner Group (HOG), deren Sticker (zum Beispiel des Zentralschweizer William Tell Chapters; www.william-tell-chapter.ch) man auf mancher Harley-Lederjacke entdeckt; Zeichen von Lifestyle und Zugehörigkeit.

Kunst am Objekt

Nach dem vor etwa drei Jahren entstandenen Trend, Harley-Kleidung farbiger (orange) und damit verkehrssicherer zu machen, geht der Hersteller nun einen Schritt weiter: In Anlehnung an wilde, blumig-farbige Zeiten, die in Miami und speziell im Künstlerviertel Wynwood weiterleben, wo die berühmten Mauerbemalungen eine perfekte Kulisse für unsere Testfahrten abgaben, bestechen die neuen H.-D.-Produkte durch Farbigkeit und Ausgefallenheit, so etwa die glitzernd-bunten «Metal-Flake»-Lackierungen an Maschinen und Helmen (siehe Modell Seventy-Two im kleinen Bild links). «Dieser Metal-Flake-Lack hat es wirklich in sich», erklärt Designer Frank Savage: «Die sechseckigen Metall-Flocken werden nach einer Schwarz-Grundierung auf eine Polyurethan-Schicht aufgetragen, hauchdünn mit Aluminium beschichtet und dieses anschliessend rot gefärbt. Danach folgen vier weitere Lackschichten, die alle einzeln sauber poliert und deren Oberflächen geschlossen werden müssen. Nur so erhalten wir das perfekte Endresultat.»

Die neuen Modelle 2012

Als Basis für attraktive Custom-Umbauten eignen sich auch die beiden 2012er-Modelle Sportster Seventy-Two und Softail Slim, wobei der puristische Bobber Slim im Stil der 1940er- und 1950er-Jahre mit seinem wuchtigen Vorderrad vielleicht eher bei gestandenen Harley-Fans und die «72» bei Einsteigern und Neulenkern beliebt sein wird. Die Slim als Mitglied der Softail-Familie überzeugt mit ihrem bulligen, aber reduzierten Aussehen und entwickelt mit dem bereits legendären 103-Kubik-Inch-V2-Motor (1690 cm3) ordentlich Schub. Bemerkenswert ist zudem die dank tiefem, breitem Lenker uneingeschränkte Sicht nach vorn. Mit dem eigens entworfenen bequemen Solositz mit «Tuck-and-Roll»-Bezug verschmilzt der Fahrer geradezu mit Motor und Strasse. Die beiden aktuellen Modelle kann man beim H.-D.-Händler Bixe in Hünenberg probefahren.
Elvis übrigens hatte an seiner eingangs erwähnten Harley-Davidson KH schon 1957 Motorblock-Sturzbügel sowie Windschutzscheibe montiert.

«Art of Custom»-Contest

Seit dieser Woche ruft Harley-Davidson nun Motorrad- und Kunstfreaks zu einem Design-Wettbewerb auf: Gesucht werden die originellsten und schönsten Tankbemalungen. Die 50 besten Design-Inspirationen werden per Online-Voting definiert. Zehn davon werden anschliessend von einer Jury ausgewählt und erneut zur User-Wahl gestellt. Den Entwurf, der am Ende die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann, lässt H.-D. Realität werden: eine Sportster mit dem Sieger-Tankdesign, die produziert und in Milwaukee alsdann persönlich übergeben wird. Teilnahmeschluss für den Contest ist der 30. April. Infos, die Teilnahmebedingungen und die Tank-Vorlage gibts unter «Art of Custom» auf www.harley-davidson.ch.

Simon Zollinger

Steckbriefe

Sportster Seventy-Two XL 1200 V
Motor: Luftgekühlter Evolution V-Twin, 1200 cm³, elektronische Kraftstoffeinspritzung (ESPFI)
Merkmale: Klassischer Peanut-Benzintank, 7,9 Liter,
gechoppter Heckfender mit verchromten Streben, verchromte Dual-Staggered-Auspuffanlage, Solositz, Dunlop-Weisswandreifen, verchromte Federbeine mit einstellbarer Federvorspannung und verchromte Drahtspeichenräder, vorverlegte Fussrastenanlage, 10-Zoll-Mini-Ape-Lenker, grau pulverbeschichteter Motor, verchromte Abdeckungen
Sitzhöhe: 710 mm
Gewicht: 247 kg
Farben: Hard Candy Big Red Flake mit Retro-Pinstripes auf Fender und Tank, Denim Black und Big Blue Pearl
Preis: ab Fr. 15 400.–

Softail Slim
Motor/Getriebe: Luftgekühlter V2, 1690 cm³ (Twin Cam 103B) mit Ausgleichswelle, 6-Gang-Getriebe Cruise Drive
Merkmale: Fat-Bob-Tank, 18,9 Liter, verchromter Shotgun-Auspuff, Schalldämp-
fer übereinander, schwarze Drahtspeichenräder mit Dunlop-16-Zoll-Reifen, gechoppter Heckfender, breiter Hollywood-Lenker, Solositz
Sitzhöhe: 650 mm
Sicherheitsfeatures: Wegfahrsperre und Alarmanlage, selbstaktivierend, ABS
Gewicht: 305 kg
Farben: Vivid Black, Black Denim, Ember Red Sunglo
Preis: ab Fr. 25 600.–