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Kupplungsfreier Fahrspass

In einer Zeit, in der Retrodesign und die Rückbesinnung zu einfachen, klassischen Modellen im Trend liegen, setzt der weltweit grösste Motorradhersteller Honda unbeirrt auf Erfolg durch Fortschritt.
Daniel Huber
Hondas X-ADV ist ein Mix aus Motorrad und Roller. (Bild: Daniel Huber)

Hondas X-ADV ist ein Mix aus Motorrad und Roller. (Bild: Daniel Huber)

Sei es beim Design, wo er mit eigenwilligen Kreationen in neue Nischen vordringt, oder aber bei der Weiterentwicklung und Vereinfachung des Antriebsstrangs. Wie kein anderer Hersteller scheint Honda fest davon überzeugt zu sein, dass sich beim Motorrad früher oder später – wie schon beim Auto – das Automatikgetriebe durchsetzen wird.

Bei den weniger emotional behafteten Rollern haben sich die stufenlos schaltenden Variomatik-Getriebe längst durchgesetzt. Für Motorradfahrer ist diese entkoppelte, schwammige Beschleunigung, gepaart mit einer jaulenden Soundkulisse, ein Graus. Wer was auf sich hält, klickt sich mit rhythmischem Stakkato die Gänge hoch.

Schalten per Knopfdruck oder computergesteuert

Honda hat vor sieben Jahren erstmals optionsweise bei der VFR 1200 F ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) auf den Markt gebracht, das kein Kuppeln benötigt. Geschaltet wird entweder per Knopfdruck oder computergesteuert automatisch. Die Motorrad-Fangemeinde reagierte zurückhaltend interessiert. In der Folge bot Honda das Getriebe als Grundausstattung bei den rollernahen NC-Modellen an.

Ein vielversprechender neuer Anlauf folgte vor zwei Jahren bei der Neuauflage des Reiseenduro-Klassikers African Twin. Das bestechende Argument hier: Dank Automatik volle Konzentration auf die Tücken des Fahrens im Gelände. Und prompt gab es erstmals breites Lob von der Fachpresse. Nun bringt Honda mit dem X-ADV ein weiteres Modell mit serienmässigem Doppelkupplungsgetriebe auf den Markt. Das Kürzel steht für «Cross Adventure Vehicle» und umschreibt einen Mix aus Softenduro-Allrounder und Roller. Geschaltet wird auch hier ent­weder per Knopfdruck oder automatisch im Drive-Modus oder drei unterschiedlich abgestuften Sport-Fahrmodi.

Geräumiges Staufach unter dem breiten Sattel

Antriebsmässig basiert der X-ADV auf dem Integra-Roller. Doch ist der Vorderbau mit 17-Zoll-Speichenrad, Upside-Down-Gabel, breitem Lenker, ­inklusive Handprotektoren und verstellbarer Windschutzscheibe wieder nahe bei der Reiseenduro African Twin angesiedelt. Auch der Rahmen plus Bike-Schwinge hinten stammen vom Motorradbau. Die Verkleidung mit den weit vorne liegenden Trittbrettern ist dann wieder ganz Roller mit dem grossen Plus eines geräumigen Staufachs unter dem breiten Sattel. Dieses neuartige Allrounder-Gefährt überrascht mit Fahrspass. Dazu trägt neben dem stabilen Fahrwerk und dem spritzigen Motor vor allem das Getriebe bei. Passend zur Gangart schaltet der Computer vor der Kurve runter, um danach wieder sauber und schnell durch die Gänge hoch zu beschleunigen.

Daniel Huber

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