Lavendel-Anbaufläche verdoppelte sich in nur 10 Jahren: Doch was macht die Industrie mit dem Alleskönner?

Lavendel-Anbaufläche verdoppelte sich in nur 10 Jahren: Doch was macht die Industrie mit dem Alleskönner?

Bild: Getty Images

Der Duft von Lavendel hilft nicht nur, zu entspannen. Im Zuge des Hypes um natürliche Öle feiert die Pflanze ein Revival – als Alleskönner.

Rahel Koerfgen
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Seine leuchtenden Blüten sind der Inbegriff des Frühsommers: Wer je im Mai oder Juni durch die Provence getuckert ist, dem bleibt das Bild der lila Lavendelfelder für immer in Erinnerung. Abgesehen davon, dass Lavendel die Sinne betört, wissen wir: Der Duft des Halbstrauches hilft, zu entspannen, und ein Säckchen mit getrockneten Blüten sorgt dafür, dass Motten dem Kleiderschrank fernbleiben.

Bereits in der Antike hat man sich damit parfümiert und die Wäsche gewaschen– deshalb der Name, vom lateinischen «lavare» abgeleitet. Im Mittelalter wurde er gar als Bestandteil eines Gebräus gegen die Pest eingesetzt – und eine Zeit lang glaubte man, das Tragen eines Lavendelkäppchens fördere die Intelligenz.

Seit nunmehr zehn Jahren gehört Lavendel zu den Lieblingen der Kosmetikindustrie. Sie entspricht der riesigen Nachfrage nach natürlichen Duftstoffen und Essenzen. Vergangenes Jahr wurde Lavendel von Bloggern zum Beautytrend erkoren – Tausende Beiträge auf Social Media belegen es. Die britische Parfümmarke Jo Malone hat nun mit der limitierten Duftserie «Lavenderland» auf den Trend reagiert.

Lavendel kann in jede Pflegeroutine eingebaut werden

Aber nicht nur Parfümmarken nutzen die Gunst der Stunde. Wer die Inhaltsstoffe seiner Cremes aufmerksam durchliest, stellt fest: Sehr oft kommen Lavendelessenzen zum Einsatz. Sie bieten für fast jedes Beautyproblem eine Lösung. So schaffen es die bakterientötenden und antiseptischen Eigenschaften des Öls, Entzündungen den Garaus machen – sei es Akne, Ekzeme oder andere Rötungen. Und bei Juckreiz oder Sonnenbrand beruhigt Lavendel die Haut.

Auch eine Anti-Aging-Wirkung wird ihm nachgesagt. So kommen die Extrakte in vielen Produkten des französischen Kosmetikhauses Sisley vor, das als Pionier in der Verwendung ätherischer Öle gilt. Christian Stannek von Sisley Schweiz lobt die Vielseitigkeit: «Diese Öle haben eine bipolare Wirkung. Morgens wirken sie belebend, abends beruhigend. Pflegeprodukte mit Lavendel können daher gut in jede Pflegeroutine eingebaut werden.»

SprudelbadDie Kombination aus Meersalz und Lavendel sorgt für eine entspannende Brise in der Wanne. Die Tablette von Formulary 55 ist vegan und parabenfrei (9.90 Fr./Stück, bei globus.ch).
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Duschgel und PeelingDas Exfoliant Moussant Energisant von Sisley vereint Duschgel und Peeling. Der sanfte Schaum löst raue Stellen, der Lavendelduft wirkt belebend (circa 80 Fr., im Parfümeriehandel).
Multifunktionales Öl100 Prozent Natur: Das biozertifizierte Lavendelöl von Natapura wird für Haut und Haar als auch in der Aromatherapie als Badezusatz sowie Massageöl eingesetzt (36.90 Fr., natapura.ch).
Limitierter DuftIm Zentrum der Kollektion Lavenderland von Jo Malone steht englischer Lavendel. Bei den drei Colognes gibt es ihn mit Koriander, Glyzinien oder silberner Birke (78 Fr./30 ml, im Handel).
Augenmaske Die luxuriöse Schlafmaske aus Maulbeerseide von Holistic Silk blendet Licht aus – und wirkt der Faltenbildung entgegen. Der Lavendelduft fördert den Schlaf (77 Fr., greenlane.ch).

Sprudelbad
Die Kombination aus Meersalz und Lavendel sorgt für eine entspannende Brise in der Wanne. Die Tablette von Formulary 55 ist vegan und parabenfrei (9.90 Fr./Stück, bei globus.ch).

Bilder: zvg
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