Lesetipp für 50-Jährige: «Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten» von Robert M. Pirsig

Leider wurde aus diesem Roman, mit dem Robert Maynard Pirsig Erfolg hatte, ein «Kultbuch».

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Gegen den Erfolg hatte er nichts einzuwenden, aber das Etikett störte ihn. Gemeint war das Werk als ernsthafter Beitrag zur Philosophie. Und gelesen wurde es als «Road Movie», als Reise zu sich selbst oder was immer Leute im Jahr 1974 (da erschien es) und seither gerade beschäftigte. Warum es gerade Menschen um die 50 lesen sollten, hängt auch damit zusammen. Angelegt als Geschichte der Aufarbeitung einer Lebenskrise – der hochintelligente, hochbegabte Pirsig hatte Mühe mit dem US-Uni-Betrieb und verbrachte einige Zeit in einem Nervensanatorium, – die auf einer Motorradtour mit seinem Sohn quer durchs Land bewältigt werden sollte. Erzählt wird vom Fahren, Campen und eben von der Beschäftigung mit dem Innenleben eines Motorrads. Philosophisch versucht Pirsig mit dem Begriff der «Qualität» die dualistische Weltsicht, die seit den Griechen unser Denken beherrscht, zu überwinden. Ein defekter Töff als Anlass zu einem beobachtenden, nicht a priori (mit Begriffen) unterscheidenden Denken. (chb)