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LOS ANGELES: La-La-Land total relaxed

Trip in die Oscar-Metropole ohne Studiohopping, Powershopping, Promispotting. Stattdessen: Muse, Kunst und Muskelspiele in Santa Monica.
Getty Center: Ausstellungen, Skulpturengärten und der beste Blick über die Stadt.

Getty Center: Ausstellungen, Skulpturengärten und der beste Blick über die Stadt.

Anflug auf die zweitgrösste Stadt der USA. Vor 250 Jahren Brachland und Wüste, heute ein Häusermeer, so weit das Auge reicht. Ein endloser Teppich ineinander verwobener, selbstverwalteter Städte mit 13 Millionen Menschen in der Metropolregion, aus dem Industrieflächen und Wolkenkratzergrüppchen wie Inseln hervorstechen. LAX, Los Angeles International Airport, hässliche Hülle, langweilige Architektur, lange Warteschlangen vor der Immigration, meilenweit entfernte Mietwagenparks, kein ­Luxus und Glamour weit und breit. Zu Hause ist es klirrend kalt. Die Mega-Engelsstadt empfängt uns mit mürrischen Beamten, aber freundlichen sunny spells bei milden 20 Grad.

Workout in Santa Monica und Venice

Der erste Weg führt zum Mietwagen. Denn mit dem öV ist’s nicht weit her. Mit weiten Distanzen dagegen sehr. Das Zumieten eines Navis ist empfehlenswert, wenn man sich durch das verschlungene Gewirr von Freeways wacker wie ein Local schlagen will. Wer die berüchtigten Staus scheut, fährt besser mit dem Taxi. Oder gleich mit dem Velo, vorausgesetzt, man beschränkt sich auf Kleinräumiges im grossen Ganzen.

Auf Santa Monica zum Beispiel. Vieles, nicht nur die grosse Zahl gehobener Hotels, spricht für die überschaubare 90 000-Einwohner-Stadt am Pazifik. Der Flughafen ist 15 km, Downtown Los Angeles (DTLA) 25 km entfernt. Hauptattraktion ist der Santa Monica Pier mit Fischern, Riesenrad und Vergnügungspark von 1909, in Hollywood-Produk­tionen wie «Baywatch» oder «Forest Gump» verewigt. Der fantastische, fünfeinhalb Meilen lange, goldfarbene Sandstrand geht nahtlos in den Strand von Venice über. Der Boardwalk ist perfekt für Segways, Elektrotrottinetts, Velos und Kinderwagen ausgebaut, das öffentliche Fitnessangebot enorm. Workout-Basen wechseln mit Skateparks, Volley-, Basketball- und Spielplätzen, Slacklines, Barren, Ringen, Racks, Outdoor-Muckibuden und Graffitiwänden ab. Am Mus­cle Beach hat schon Schwarzenegger seinen Body in Form gebracht. Hier schlägt das Herz des kalifornischen Way of Life, werden Food- und Fitnesstrends gemacht und kommt man so schnell nicht aus dem Schauen und Staunen über all die Althippies, Wahrsager, Schönschreiber, Porträtmaler, Zauberer, Tätowierer, Schundverkäufer, zirkusreifen Akrobaten und Lippen-Busen-Po-Performerinnen heraus. Auch hinter der Ocean Avenue sind die palmengesäumten Strassen belebt. In Santa Monica gibt es sogar, über die üblichen Shoppingmalls hinaus, eine Fussgängerzone, die Third Street Promenade.

So vielfältig wie die Ethnien ist das kulinarische Spektrum. Lässt sich in Santa Monica oder Venice der neueste Seafood- oder Steaktempel, Koreaner, Mexikaner, Iraner oder Veganer entspannt per Velo ansteuern, braucht man für den Rest der Stadt das Auto. Reservieren Sie Ihren Tisch und kalkulieren Sie Zeit für Stau und Parkplatzsuche mit ein. Letzterer ist rar und teuer in Los Angeles. Viele Restaurants bieten deshalb Valet Parking an. Dabei drücken Sie Ihren Schlüssel samt Wagen einem perfekt gestylten Concierge, Typ noch nicht gecasteter Schauspieler aus La-La-Land, gegen ­gutes Geld in die Hand.

Imagewandel dank Künstlern und Kreativen

Streetfood ist in L.A. eine reizvolle ­Alternative, Foodtrucks, Garküchen und ­Holes in the Wall, deutsch: Imbissbuden, sind seit langem angesagt. Einen repräsentativen Querschnitt bietet der Grand Central Market in Downtown mit Fressständen von Bio-Burger bis Burrito, German Brats (Bratwürsten) bis Thai Curry.

DTLA stand lange in einem schlechten Ruf. Das Image hat sich gründlich ins Gegenteil gewandelt, seit Künstler, Galeristen, Kreative, Kunstvermittler und Jungunternehmer leer stehende Werkstätten, Fabrik- und Lagerhallen für sich entdeckten. Heute gilt es als heissestes Kunstpflaster der USA. Alle paar Monate macht ein neues Privatmuseum seine Türen auf. The Broad, ein herausragendes Privatmuseum für moderne, amerikanische Kunst, ist nur wenige Minuten Fussdistanz vom Grand Central Market entfernt. Direkt nebenan erhebt sich mit der Walt Disney Concert Hall von Frank Gehry eine weitere Landmarke spektakulärer Architektur und Kultur. Mit Chefdirigent Gustavo Dudamel wurde das Hausorchester, die Los Angeles Philharmoniker, zum bedeutendsten Orchester der Staaten.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Von vielen weiteren grossartigen Kunstmuseen, wie dem L.A. County Museum of Art (LACMA) in Westhollywood, dem grössten der Westküste, dem Museum of Contemporary Art (MOCA) in Downtown, der Hungtington Arts Collection in San Marino oder dem Norton Simon Museum in Pasadena, sei Ihnen wenigstens das Getty Center in Brentwood wärmstens ans Herz gelegt. Abgesehen von Architektur, Ausstellungen und Skulpturengärten ist es die Lage, die ­fasziniert. Denn von hier oben hat man einen noch besseren Blick über Los Angeles als vom Griffith Park Observatory in den Hollywood Hills – und weniger Stau sowie einen Parkplatz dazu. Einzig den berühmten Hollywood-Schriftzug sieht man von hier aus nicht. Aber den sieht man eh am besten im Fernsehen während der Übertragung der Oscar-Verleihung heute Nacht.

Die «Stadt der Engel» in Büchern

Los Angeles, Porträt einer Stadt (Taschen-Verlag). Der Band ist eine Hommage an die «Stadt der Engel» in über 500 Bildern, ihre Geschichte und den rasanten Aufstieg zur Welthauptstadt der Unterhaltungs- und Filmindustrie. Er zeigt nicht nur Hollywood, sondern berühmte popkulturelle Phänomene wie das Surfen oder Smoothietrends, die von hier aus Verbreitung fanden, oder auch berüchtigte Verbrecher der Stadt und zweimal Olympia (1932 und 1984). Die dritten Olympischen Spiele in Los Angeles finden 2028 statt.

Los Angeles, Die Kultrezepte (Christian-Verlag 2017).Kultrezepte und Restauranttipps aus dem Melting Pot L. A. Die Megacity ist ein Schmelztiegel der Nationen, ebenso variantenreich ist das Foodangebot. Eine kulinarische Reise durch Kaliforniens hippste Stadt, angefangen bei einem Venice Muscle Beach Smoothie am Pier von Santa Monica über eine Thai Chicken Pizza in Downtown bis zum Veggie Wrap aus Brentwood.

Tipp: Auf www.getyourguide.de gibt’s Vorschläge für Velotouren in Los Angeles.

Ingrid Schindler

Sportlich oder vergnüglich auf dem Boardwalk am Venice Beach. (Bild: Ingrid Schindler)

Sportlich oder vergnüglich auf dem Boardwalk am Venice Beach. (Bild: Ingrid Schindler)

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