Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Lulu und Nana, so heissen die ersten Designerbabys der Welt - wenn es die Zwillinge denn gibt

Ein chinesischer Wissenschafter behauptet, vor kurzem seien erstmals Babys nach einer Genmanipulation zur Welt gekommen. Um sie resistent gegen Aids zu machen, weil der Vater HIV-infiziert ist.
Bruno Knellwolf

«About Lulu und Nana» heisst das Video auf Youtube, das den chinesischen Wissenschafter He Jiankui zeigt, der sagt: «Zwei wundervolle chinesische Mädchen namens Lulu und Nana kamen vor einigen Wochen weinend zur Welt so wie andere Babys auch. Die Mädchen sind jetzt zu Hause bei ihrer Mutter Grace und ihrem Vater Mark.» Grace habe ihre Schwangerschaft mit einer normalen In-vitro-Fertilisation, einer künstlichen Befruchtung, begonnen, aber mit einem Unterschied.

Und dieser Unterschied ging gestern um die Welt. Denn die Forscher machten einen genetischen Eingriff an den Embryos: «Als Lulu und Nana noch eine einzelne Zelle waren» sagt Jiankui. Diese Eingriff verschliesse die Pforte, durch welche HIV einen Menschen infizieren könne. Alles sei normal verlaufen, der Eingriff sei sicher gewesen und Grace habe danach eine normale Schwangerschaft erlebt. «Durch den Eingriff ist kein Gen verändert worden, ausser jenes, das eine HIV-Infektion verhindert». Die Kinder seien so sicher und gesund wie andere Babies, sagt Jiankui unaufgeregt.

Crispr-manipulierte Babys

Aufgeregt spricht die Welt derweil von den ersten Designerbabys. Allerdings ging es nicht darum, dass die Wissenschafter die Augen- oder Haarfarbe der Babys ausgewählt haben, sondern darum, eine Krankheit zu verhindern. Dieses «gene editing», die Gestaltung menschlicher Embryonen, ist aber höchst umstritten und in der Schweiz verboten. Die Technik dafür beruht auf der Gen-Schere, der Technik «CRISPR-Cas». Dabei werden gezielt DNA-Abschnitte identifiziert, herausgeschnitten und durch andere Abschnitte des Erbguts ersetzt. Eine kostengünstige und schnelle Methode, die technisch etabliert ist. Bei Pflanzen kann damit zum Beispiel eine neue Sorte gezüchtet werden, die resistent gegen Krankheiten ist. Beim Mensch, in diesem Fall bei Lulu und Nana, wird aber in die menschliche Keimbahn eingegriffen und so verändert. Und ein solcher Eingriff ins Erbgut bedeutet, dass auch allfällige Nachfahren der Zwillinge diese Veränderung übernähmen.

Vom «gene editing» verspricht man sich in erster Linie medizinische Vorteile, die Korrektur schwerer Gendefekte und damit die Heilung der daraus entstehenden Krankheiten. Genau deswegen sei der Eingriff einer in die Evolution und damit in die biologische Selbstregulierung, geben die Ethiker zu bedenken.

Die Reaktionen auf die Designer-Zwillinge sind denn auch sehr ablehnend. In der FAZ spricht der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, von einem Super-Gau für die Wissenschaft. Die Experimente seien «unverantwortliche Menschenversuche». Und gemäss der sda sagt die Ethikerin Nikola Biller-Andorno von der Universität Zürich, es sei ein unverantwortlicher Versuch. Zwar war der Vater HIV-infiziert – dass dieses Virus aber vererbt werde, sei sehr unwahrscheinlich. Es gehe somit nicht um Heilung, sondern um Optimierung. 122 chinesische Wissenschafter haben die Arbeit ihres Kollegen als «verrückt» beschrieben. Die potenziellen Risiken für die Kinder seien unerforscht und unermesslich. Die Versuche seien ein «schwerer Schlag für die weltweite Reputation der chinesischen Wissenschaft».

22 Embryos wurden behandelt

Laut der Nachrichtenagentur AP hat Jiankuis Team 22 Embryos behandelt. Elf davon wurden den teilnehmenden Frauen in sechs Versuchen eingepflanzt, bis es zur Geburt der Zwillinge kam. Bei einem der geborenen Mädchen sei es gelungen, die HIV-Eintrittspforte zu eliminieren, beim anderen sei nur eine Kopie des Gens ausgeschaltet. Dies schütze nicht komplett vor der HIV-Infektion. Allerdings bezweifeln Wissenschafter, dass es diese genmanipulierten Babys überhaupt gibt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.