MALEDIVEN: Im Paradies gibt es viel zu tun

Einmal im Leben in die Malediven – für viele ein Traum. Den erfüllen sich nicht mehr nur Flitterpaare, auch immer mehr Familien verbringen die schönsten Tage des Jahres auf einer der 1196 Inseln der Atolle im Indischen Ozean. Zum Beispiel im Club Med auf Kanifinolhu.

Text und Bilder: Christa Kamm-Sager
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Luxus trifft auf Ökologie: Das Resort auf der Insel Finolhu produziert eigenen Solarstrom. (Bild: PD)

Luxus trifft auf Ökologie: Das Resort auf der Insel Finolhu produziert eigenen Solarstrom. (Bild: PD)

Text und Bilder: Christa Kamm-Sager

Früh am Morgen sammelt der Hotel­angestellte Lakuiysa zusammen, was das Meer über Nacht an den Strand geschwemmt hat. Algen, Äste, ab und zu etwas Abfall, Plastik. Auch die Palmen müssen gepflegt sein. Mühelos klettert Ishan, ein junger Malediver, den schlanken Stamm hoch, das Messer zwischen den Zähnen. In der Baumkrone sägt er vertrocknete Palmwedel ab, lässt nur die gesunden, grünen stehen. Denn wehe, ein dürrer Ast fällt im falschen Moment auf den Spazierweg. Im Paradies ist das nicht vorgesehen.

Die Palmwedel, die zusammengerechten Häufchen Algen und Äste, heruntergefallenes Laub von den tropischen Pflanzen, all das wird von den vielen Helfern – die meisten von ihnen kommen wie Lakuiysa aus Bangladesh – auf Schubkarren geladen – im Paradies gibt es viel zu tun. Das Material wird zum riesigen Komposthaufen auf dem Areal geführt, das von Touristen nicht betreten werden darf. Dort, wo am Morgen früh die einheimischen Fischer ihren frischen Fang für die Hotelküche vorbeibringen. Auf dem riesigen Komposthaufen verrottet der Grünabfall bei den tropischen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit bald zu Humus, der fein gesiebt die vielen Grünpflanzen auf der Insel wieder nähren wird.

Ein Strand wie eine frisch ­präparierte Skipiste

Wenn die Touristen ihren ersten Morgenspaziergang hier auf der Insel Kanifinolhu – kurz Kani genannt – im Nord-Malé-Atoll machen, ist die Anlage ­perfekt für sie ins Szene gesetzt. Die ­sandigen Wege fein gerecht, der Strand makellos, wie eine frisch präparierte ­Skipiste, die welken Hibiskusblüten abgepflückt, selbst die exotischen Vögel scheinen auf Bestellung zu pfeifen. Die malerische Kulisse schlechthin für die Hochzeitsfotos von Su-Hsuan und Lay-Wei aus Taiwan. Das frischverheiratete Paar hat sich nochmals seine Hochzeitskleider übergezogen, den Blumenkranz ins Haar gesteckt, die Fliege zurechtgerückt. Die Erinnerungsfotos von den Flitterwochen in diesem Postkartenidyll sollen ihr Glück für immer festhalten. Der weisse Sand, die Palmen und im Hintergrund ihre Wasservilla, sanft umspült vom türkisfarbenen Indischen Ozean – es könnte nicht schöner sein. Diese zehn Tage Honeymoon sind der krönende Höhepunkt nach ihrem drei Tage dauernden Hochzeitsfest. Für ihre Traumferien haben sie sich mit der 98 Quadratmeter grossen Overwater-Villa die teuerste Unterkunft im Club Med Kani ausgewählt. Wie die jungen Honeymooner in ein paar Jahren vielleicht ihre Ferien verbringen werden, können sie auf Kani bereits jetzt studieren: Die Hotelinsel, die nur 30 Minuten per Schnellboot von der Flughafeninsel bei der Hauptstadt Malé entfernt ist, wird immer beliebter für Familien mit Kindern in jedem Alter. Wen wundert’s. Sanft abfallende Sandstrände, warmes, klares Wasser, unzählige Wassersportangebote und eine professionelle Kinderbetreuung sorgen für Kurzweil. Es gibt viel zu tun in diesem Paradies.

Strom aus der Sonne und nicht aus dem Dieselgenerator

Nur zehn Bootsminuten entfernt von Kani hat Club Med erst gerade eine neue Insel des Nord-Malé-Atolls für den Tourismus erschlossen: Finolhu – ein Synonym für absolute Privatsphäre und auserlesenen Luxus, nach Wunsch mit privatem Butlerservice. Für Finolhu kann sich aber auch entscheiden, wer auch in seinen Ferien die Ökologie nicht vergisst: Finolhu ist die erste Hotelinsel der Malediven, welche den Strom fast komplett aus der Sonne bezieht und nicht mittels Dieselgenerator erzeugt. Thoriq Ibrahim begrüsst diese Innovation. Der Umweltminister der Malediven ist zur Neueröffnung des frischrenovierten Club Med in Kani zu Gast: «Die Malediven sind die grossen Verlierer der Klimaveränderung, die wir selber nicht mitverschuldet haben», sagt er bei seinem Besuch. Es ist vielen bekannt, was ein Anstieg des Meeres bedeutet für die Inseln, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen.

Wer die Malediven als Feriendestination wählt, muss das Meer und seine Unterwasserwelt lieben. Der Indische Ozean ist von überall aus zu sehen, zu riechen und zu hören. Bläst der Wind mal etwas stärker, kann man sich vorstellen, wie bedrohlich die Urkraft eines Sturms auf den Inseln mit einem Durchmesser von vielleicht 100 Metern sein kann. Am Abend schwimmen Schwarzflossen-Riffhaie direkt an der Terrasse des Restaurants vorbei, und beim Tauchen oder Schnorcheln macht man Bekanntschaft mit der ruhigen, geheimnisvollen Welt der Fische.

Ein Ausflug zur Blauen Lagune wird unvergesslich bleiben. Begleitet von einer Delfinschule gleitet das Boot durch das kristallklare Wasser, ankert vor einer schneeweissen Sandbank und lässt seine Passagiere, ausgerüstet mit Taucherbrille, Schnorchel und Flosse auf dieses winzige Inselchen aussteigen. Rundher­um nichts als Wasser und Himmel – das bunte Leben spielt sich unter dem Wasserspiegel ab. Violette, blaue, gelbe, grosse, kleine und dicke Fische – wer Glück hat, sieht auch eine Meeresschildkröte – tummeln sich im Riff, das immer wieder seine dunkelblauen Tiefen öffnet. Und fast scheint es, man fliege ruhig über diese wundersame Welt in ihrer unglaub­lichen Vielfalt und wird mehr und mehr zu einem Teil von ihr. Wenn man nur ­etwas von diesem Frieden nach Hause retten kann, haben sich die Ferien auf den Malediven gelohnt.
 

Staat aus 26 Atollen mit 1196 Inseln

1196 Inseln:Der islamische Inselstaat im Indischen Ozean liegt südwestlich von Sri Lanka. Er besteht aus 26 Atollen mit insgesamt 1196 Inseln und erstreckt sich über eine Länge von 871 Kilometern in Nord-Süd-Richtung. Von den Inseln sind 220 von Einheimischen bewohnt, auf gut 90 Inseln befinden sich touristische Anlagen. Die Inseln liegen nur etwa einen Meter über dem Meeresspiegel und sind deshalb unmittelbar bedroht vom Klimawandel. Erst seit dem Jahr 2009 ist es Touristen erlaubt, auch auf Einheimischeninseln Ferien zu verbringen. Die Staatsreligion auf den Malediven ist der Islam, es leben vorwiegend sunnitische Muslime im Inselstaat. Religionsfreiheit ist ausgeschlossen.

Malé: In der Hauptstadt Malé leben 134000 Menschen. Sie haben eine Fläche von 5,7 Quadratkilometern zur Verfügung, was die Stadtinsel zu einer der am dichtesten besiedelten Städte der Welt macht. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt in Malé. Die Strassen auf Malé sind verstopft, obwohl die maximale Distanz nur 1,8 Kilometer misst. Durch Landaufschüttung wird die Hauptinsel, wie auch viele andere, künstlich vergrössert.

Beste Reisezeit:Die Temperaturen auf den Malediven sind ausgeglichen und liegen bei maximal 30,6 Grad und minimal 25,8 Grad in der Nacht. Am wenigsten Regen fällt von Januar bis April.

(chs)

Erfinder der All-inclusive-Reisen

Club Med bezeichnet sich gerne als Erfinder der All-inclusive-Reisen. Das Unternehmen betreibt weltweit 66 Hotelresorts oder Feriendörfer mit traditionell grossem Sportangebot. Ebenfalls typisch für den ehemals französischen Reiseunternehmer – heute ist Club Med in chinesischen Händen – ist die flache Hierarchie zwischen Gästen und Angestellten. Im Club Med auf Kani arbeiten Menschen aus 27 Nationen – sie feiern zusammen mit den Gästen beim abendlichen Unterhaltungsprogramm. Das Resort auf Kani wurde erst gerade neurenoviert, Finolhu gänzlich neu erbaut.

Preise: Eine Woche auf Kani all inclusive kostet (ohne Flug) ab 1383 Franken. Eine Woche auf Finolhu all inclusive (ohne Flug) ab 3486 Franken. Ausflug nach Malé 98 Franken. Schnorchelausflug zur Blauen Lagune: 140 Franken. Flüge ab 560 Franken. (chs)


Hinweis:
Dieser Text entstand im Rahmen einer Pressereise, zu der Club Med eingeladen hatte.

 

 

Ein Flitterpaar auf Kani posiert fürs Erinnerungsalbum.

Ein Flitterpaar auf Kani posiert fürs Erinnerungsalbum.

Der Traumstrand will gepflegt sein: Jeden Morgen werden die Palmen kontrolliert und dürre Palmwedel abgesägt.

Der Traumstrand will gepflegt sein: Jeden Morgen werden die Palmen kontrolliert und dürre Palmwedel abgesägt.

Auf dem Fischmarkt in der Hauptstadt Malé wird ein Thunfisch zerlegt.

Auf dem Fischmarkt in der Hauptstadt Malé wird ein Thunfisch zerlegt.

Santi aus Bali arbeitet als Masseurin im Spa des Club Med Kani.

Santi aus Bali arbeitet als Masseurin im Spa des Club Med Kani.