Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MERKREGELN: Unverzichtbares Ferienwissen

Andere Länder, andere Sitten und ­Begriffe. Luv und Lee, a.m. und p.m. da gibts schnell Verwechslungen. Eine kleine Sammlung lebenswichtiger Eselsbrücken für die Ferien.
Zunehmender oder abnehmender Mond? Afrikanischer oder Indischer Elefant? Ist der Mann auf der Luv- oder Leeseite des Segels? Die Lösungen finden Sie am Textende. (Bild: Keystone/Getty)

Zunehmender oder abnehmender Mond? Afrikanischer oder Indischer Elefant? Ist der Mann auf der Luv- oder Leeseite des Segels? Die Lösungen finden Sie am Textende. (Bild: Keystone/Getty)

Christian Satorius und Annette Wirthlin

Stalaktiten oder Stalagmiten?

Ein kühler und obendrein interessanter Zufluchtsort an heissen Tagen ist eine Tropfsteinhöhle. Jetzt aber bloss nicht vor all den anderen Wanderern einen «Stalaktiten» lauthals als «Stalagmiten» bezeichnen. Dann lieber schweigen und andachtsvoll staunen. Dabei wissen es die meisten anderen Touristen in der Höhle ja auch nicht besser. Welche Tropfsteine wachsen denn jetzt von unten nach oben und welche von oben nach unten? Eine Eselsbrücke hilft: Die Mieten steigen (Stalagmiten wachsen vom Boden aus nach oben), die Stalaktiten hängen von der Tecke. (Gut, das ist orthografisch jetzt nicht ganz astrein, hilft aber.) Und die Stalagnaten? Na, dreimal darfst du raten. (Das reimt sich so schön, und es bleibt ja in der Tat nicht mehr viel zur Auswahl übrig.) Das sind diejenigen, die in der Mitte zusammengewachsen sind.

Backbord oder Steuerbord?

Landratten verwechseln ja nicht nur Backbord und Steuerbord gerne einmal, sie wissen zumeist auch nicht, welche Farbe zu welcher Seite gehört. Dabei ist es doch so einfach zumindest mit ­dieser Eselsbrücke: Wenn der Kapitän dem Matrosen eine Ohrfeige gibt – und Kapitäne sind natürlich immer Rechtshänder! –, dann wird beim Matrosen die linke Backe rot. Also: Backbord ist die linke Seite, und die Farbe Rot gehört hierhin. So bleiben nur noch übrig: Steuerbord, rechte Seite und grüne Farbe.

Luv oder Lee?

Wer in den Ferien an Nord- und Ostsee nicht als doofer Schweizer Tourist auffallen möchte, kann versuchen, seine wahre Herkunft durch den regen Gebrauch der Seemannssprache zu verschleiern. «Beim Klabautermann!» passt eigentlich immer. Aber wie war das auf hoher See doch noch gleich mit der Lee-Seite und der Luvseite? Eine von beiden bezeichnet diejenige Seite des Schiffes, die dem Wind zugewandt ist, die andere bezeichnet die windabgewandte Seite. Die Eselsbrücke dazu geht so: «Spuckst du nach Luv, kommts wieder ruff. Spuckst du nach Lee, gehts in die See.» Am besten gleich mal ausprobieren. Funktioniert übrigens auch bei Dünen, Deichen und Leuchttürmen.

a.m. oder p.m.?

In manchen Ländern hat der Tag nicht vierundzwanzig Stunden, so wie bei uns, sondern vielmehr zweimal zwölf Stunden, was im Ferienalltag ziemlich verzwickt werden kann. Die Amerikaner Kanadier, Australier, Neuseeländer und Filipinos mengen der Uhrzeit nämlich gerne mal ein a.m. oder ein p.m. bei, was dem Kundigen zu verstehen gibt, ob sich die Zeitangabe auf den Vormittag oder auf den Nachmittag bezieht. Nur, was ist was? a.m. ist die Abkürzung für ante meridiem, also vor dem Mittag, wohingegen p.m. für post meridiem, also nach dem Mittag steht. a.m. könnte ja aber auch am Morgen heissen, was viel schöner wäre, weil man sich das viel besser merken kann.

Wie die Zeiger drehen?

Wer die richtige Uhrzeit des Ferienorts (und die Zeitumstellfunktion des Handyweckers) einmal im Griff hat, wird die frühmorgendliche Safari nicht verschlafen. Kompliziert wirds erst wieder, wenn ein Wechsel von Sommer- auf Winterzeit oder umgekehrt ansteht. Das könnte mal in den Frühlings- oder Herbstferien der Fall sein. In welche Richtung dann die Uhrzeiger zu verstellen sind, merkt man sich dank dieser Hilfe leichter: Im Frühjahr werden die Terrassenstühle vors Haus gestellt genau wie die Uhr vorgestellt wird. Im Herbst versorgt man sie dann zurück in den Keller, und die Uhr wird zurückgestellt. Wer mehr als das nötigste Ferienenglisch beherrscht, kann vielleicht auch damit etwas anfangen: «Spring forward, fall back.» Denn spring bedeutet auf Englisch sowohl Frühling als auch springen. Und fall heisst sowohl Herbst als auch fallen. Also: Im Frühling springt man nach vorne, und im Herbst fällt man zurück.

Afrikanische oder indische Ohren?

Wer die schönsten Tage im Jahr in Afrika verbringt, wird sicherlich jeden Elefanten, den er zu Gesicht bekommt, auch als Afrikanischen Elefanten identifizieren. Aber was macht man im Zoo? Hier lassen sich die Elefanten prima an ihrer Ohrengrösse unterscheiden, wenn man denn weiss, welche Ohren zu welcher Elefantenart gehören. Mit den Ohren verhält es sich so wie mit den Kontinenten, auf denen diese Tiere vorkommen: grosser Kontinent (Afrika) grosse Ohren (Afrikanischer Elefant) und kleiner Kontinent (Indien) kleine Ohren (Indischer Elefant). Eigentlich ist der Indische Elefant ja nur eine Unterart des Asiatischen Elefanten, der ebenfalls kleine Ohren hat. Aber zu viel biologische Genauigkeit schadet hier der Eselsbrücke. Also Ohren zu und durch.

Rotwein oder Weisswein?

Natürlich darf sich speziell in den Ferien jeder das genehmigen, was ihm am besten schmeckt auch im Restaurant. Wer aber nicht weiss, ob er sich zu einem ganz bestimmten Gericht besser Weisswein oder lieber Rotwein über die Kleidung schütten soll, der kann sich an die folgende Eselsbrücke halten: Heller Wein (Weisswein) zu hellem Fleisch (Geflügel und Schwein) und dunkler Wein (Rotwein) zu dunklem Fleisch (Wild, Rind und Schaf).

Zunehmend oder abnehmend?

Romantische Stunden im Mondlicht lassen sich viel besser planen, wenn man weiss, ob eben dieses Licht morgen vielleicht nicht doch noch ein kleines bisschen heller scheint. Also, wie erkennt man, ob der Mond zu- oder abnimmt? Ganz einfach gehts, wenn man die Satzzeichen zu Hilfe nimmt: «Klammer auf, der Mond nimmt ab; Klammer zu, der Mond nimmt zu.» Wenn die Sichel also so gebogen ist, wie die Klammer am Satzanfang, ist sie abnehmend; wenn sie derjenigen am Satzende gleich, ist sie zunehmend. Das gilt allerdings nur für die Nordhalbkugel. Wenn man die Ferien etwa in Neuseeland verbringt, muss man daran denken, die obige Regel umzudrehen. Oder man nimmt die lateinische Merkregel zu Hilfe: Wenn der Mond die Form des Buchstabens C (wie lat. crescere/wachsen) hat, ist der Mond zunehmend; hat er die Form eines D (wie lat. decrescere/abnehmen), so nimmt er ab. Bei Vollmond spart man sich die romantischen Stunden unter freiem Himmel besser und geht ins Haus, denn wie sagt schon die alte Bauernregel: «Scheint der Mond voll und hell, wächst dem Knecht ein Werwolffell.»

«Plus/minus neun Monate»

Apropos romantische Stunden und deren Folgen: Wissen Sie, wie lange genau eine Schwangerschaft dauert? Nun, ab dem Eisprung sind es 268 Tage, und merken kann man sich das mit dem sinnigen Sprüchlein «Zwei machten Sex und gaben nicht Acht».

Nord, West, Süd, Ost?

In den Ferien ist die Gefahr von (Gefühls-)Verirrungen grösser als zu Hause. Stehen Sie mit dem Mietwagen irgendwo im Juhee, die Karte ist längst mit dem Wind davongeflogen und das Navi eh kaputt, dürfte es helfen, wenn man sich in den Himmelsrichtungen auskennt. «Nie ohne Seife waschen!», lernten wir in der Schule, um uns die Reihenfolge der Himmelsrichtungen im Uhrzeigersinn einzuprägen. Verirrten Autofahrern hilft es vielleicht, sich das folgende, etwas fortgeschrittene Verslein zum Verlauf der Sonne einzuprägen: «Im Osten geht die Sonne auf, im Süden hält sie Mittagslauf, im Westen will sie untergehn, im Norden ist sie nie zu sehn.»

Des Rätsels Lösung: Abnehmend, afrikanisch, Luv.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.