MESSE: New York mag es sportlich

An der New York Autoshow stehen Geländewagen und Crossover im Mittelpunkt. Zu sehen ist etwa der feudale Lincoln Aviator, der Mercedes GLS und Range Rover konkurrenzieren könnte.

Thomas Geiger
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Passend zu New York: der Lincoln Aviator. (Bilder: Thomas Geiger)

Passend zu New York: der Lincoln Aviator. (Bilder: Thomas Geiger)

Thomas Geiger

Die Damen Carrie Bradshaw, Samantha Jones, Charlotte York und Miranda Hobbes mögen sich nach Sex in the City sehnen. Doch wer in diesen Tagen ins Jacob-Javits-Center zur New York Autoshow am Hudson River kommt, für den lautet das Motto SUV in the City. Denn mehr als auf jeder anderen Messe in den letzten Monaten dreht sich an dieser Ausstellung alles um Geländewagen und Crossover.

Dabei spannt sich der Bogen von der endlich etwas charakterstärkeren Neuauflage des bürgerlichen Toyota RAV-4, den es mit mehr Ecken und Kanten und ein wenig mehr Radstand nun erstmals auch als Plug-In-Hybriden geben wird, über den kleinen aber feinen Cadillac XT4 und den aufgefrischten Hyundai Tucson bis hin zum feudalen Lincoln Aviator, der das Zeug zum Konkurrenten von Mercedes GLS und Range Rover hat. Ausserdem neu sind die nächste Ausgabe des Subaru Forester und der Jaguar F-Pace, der bei der Special Vehicle Operations zum SVR mit 550 PS starkem V8 wird und dann auf bis zu 280 km/h kommt.

VW mit einem Pick-up

Von den deutschen Herstellern macht bei diesem Spiel nur einer mit: VW. Denn die Niedersachsen zeigen mit dem Cross Sport und dem Tanoak gleich zwei neue Varianten ihres US-Erfolgsmodells Atlas. Der eine ist ein schnittiger Fünfsitzer mit etwas schrägerem Heck und der andere der erste Pick-up, der es mit seinen gut 5,40 Metern und seinem 3,6 Liter grossen V6-Motor vielleicht tatsächlich auf den US-Markt schaffen könnte. Dumm nur, dass bislang nur der Cross Sport grünes Licht hat und dass es für beide Autos aus dem US-Werk in Chattanooga wohl keinen Weg über den Atlantik gibt.

Wenn es kein Utility-Vehicle sein soll, dann darf es in New York gerne zumindest ein bisschen sportlicher sein. Zum Beispiel mit einem Cadillac CT6-V mit bis zu 550 PS, dem Update für die bestenfalls 510 PS starke AMG-Version der Mercedes ­C-Klasse, dem Porsche 911 GT3 RS mit Weissach-Paket oder dem Audi RS5, der in Manhattan seinen Einstand als Sportback gibt.

Autonomes Fahren kaum ein Thema

Da die SUV, dort die Sport-­Modelle – für gewöhnliche Autos bleibt dazwischen nicht viel Platz auf der New York Motorshow. Dabei sind darunter ein paar für den US-Markt hoch­karätige Neuheiten wie der ­Nissan Altima oder der Toyota Corolla.

Anders als bei anderen Messen dies- und jenseits des Atlantiks steht die Autobranche in New York mit beiden Beinen fest im Hier und Heute. Studien sucht man vergebens und der elektrische Gran Turismo Essentia des vornehmen Hyundai-Ablegers Genesis als leidenschaftliche Antwort auf Tesla 2 ist, von den VW-Entwürfen abgesehen, eine Ausnahme. Auch Trends wie das autonome Fahren sind kaum ein Thema. Nur Jaguar adressiert den Autopiloten und zeigt das elektrische Crossover i-Pace, das mit dem Google-Ableger Waymo aufgebaut wurde. Das erste von bis zu 20000 Autos bis zum Jahr 2022 dürfte auch Carrie Brad­shaw, Samantha Jones, Charlotte York und Miranda Hobbes gefallen. Denn während der Autopilot das Steuer führt, können sie in einem der aktuellsten und attraktivsten SUV der Saison weiter vom Sex in the City träumen.

Der Audi RS5 gibt den Einstand als Sportback. (Bild: Thomas Geiger)

Der Audi RS5 gibt den Einstand als Sportback. (Bild: Thomas Geiger)