Kolumne

In Wien geht's mit dem Lift zu Gott

Die Renovation der Karlskirche in Wien kostet. Der Baulift bringt Besucher und Einnahmen. 

Marlen Hämmerli
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Blick in die Kuppel der Karlskirche in Wien. Das Gerüst mit Treppe, Lift und Aussichtsplattform wurde im Frühling 2018 aufgebaut und bringt Besucher zur Kuppel hoch, wo sie die Fresken aus nächster Nähe betrachten können. (Bild: Marlen Hämmerli)

Blick in die Kuppel der Karlskirche in Wien. Das Gerüst mit Treppe, Lift und Aussichtsplattform wurde im Frühling 2018 aufgebaut und bringt Besucher zur Kuppel hoch, wo sie die Fresken aus nächster Nähe betrachten können. (Bild: Marlen Hämmerli)

Der Panoramalift dominiert die Karlskirche: ein gewaltiges Gerüst, das sich der Kuppel entgegenstreckt. 2002 wurde der Lift aufgebaut – für die Restauratoren der Kuppelfresken und neugierige Kirchenbesucher. Drei Jahre werde der Lift da stehen, hiess es. 16 Jahre später ist aus dem temporären Baulift eine dauerhafte Attraktion geworden. Nicht nur zog er Touristen an, welche die Fresken aus nächster Nähe bestaunen wollten, auch rechtfertigte er den Eintrittspreis, der mittlerweile von rund drei auf acht Euro gestiegen ist.

«50 Prozent weniger Gerüst»

Dieses Jahr wurde der Baulift durch ein neues, kompakteres Gerüst samt Treppe, Aufzug und Aussichtsplattform ersetzt. «Wir haben jetzt mindestens 50 Prozent weniger Gerüst in der Kirche», sagte ein Verantwortlicher. Trotzdem stören sich einige Besucher weiterhin am Aufbau: Wer die Kuppel betrachtet, sieht Gerüst; wer vom Eingang zum Altar blick, sieht Gestänge; wer die Orgel bewundert, sieht Metall. Doch die Kirchenrenovation kostet viel. Seit 2002 zehn Millionen Euro. Neun ­davon finanziert durch Eintritt.