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Mit dem Allerheiligsten den Feind abgewehrt

Am 11. August gedenkt die Kirche der hl. Klara von Assisi. Ein Leben lang hatte die Ordensgründerin um die Anerkennung ihrer Ordensregel gekämpft. Heute hat sie ein aussergewöhnliches Patronat inne.
Andreas Fässler
Eine der seltenen Darstellungen der hl. Klara von Assisi birgt die Schlosskapelle von Kyburg. Das Fresko stammt aus dem 15. Jahrhundert. (Bild: Andreas Faessler, Illnau-Effretikon, 8. August 2018)

Eine der seltenen Darstellungen der hl. Klara von Assisi birgt die Schlosskapelle von Kyburg. Das Fresko stammt aus dem 15. Jahrhundert. (Bild: Andreas Faessler, Illnau-Effretikon, 8. August 2018)

Der Orden der Klarissen/Klarissinnen ist hierzulande insofern wenig bekannt, als es in der Schweiz einzig in Cademario TI und Jongny VD je einen kleinen Konvent mit insgesamt nicht mehr als 13 Ordensfrauen gibt. Die einstigen Schweizer Klarissenklöster von Basel, Bremgarten, Schlatt und Königsfelden sind bereits vor langer Zeit aufgelassen worden. Weltweit existieren heute etwa 750 Klöster, verteilt auf 76 Länder. Mit über 16 000 Nonnen sind die Klarissen der grösste katholische Frauenorden.

Gründerin des Ordens ist eine Frau mit besonderer Biografie. Die im Jahre 1193 oder 1194 als Tochter eines adligen Ritters in Assisi geborene Chiara (Klara) dei Scifi sollte nach dem Willen ihrer Eltern standesgemäss heiraten. Klaras Interesse galt allerdings viel mehr einem Prediger, der sie so sehr beeindruckte, dass sie sich lieber dem Geistlichen anschloss, als einen Ehemann zu suchen. Der Prediger war kein Geringerer als Franziskus – Franz von Assisi. Kaum 18 Jahre alt, verliess Klara ihr Elternhaus und liess sich von Franziskus das Gelübde abnehmen, ein Leben ganz für Gott zu führen. Klaras Familie war gegen diese Entscheidung, doch setzte die junge Frau schliesslich ihren Willen durch. Ihre Schwester Agnes folgte bald ihrem Beispiel.

Der Grundsatz absoluter Armut

Die beiden Frauen liessen sich in einer benediktinischen Klausur bei der kleinen Kapelle San Damiano nieder, worauf sich ihnen bald weitere Frauen anschlossen – darunter die zweite Schwester Beatrix und gar die Mutter Hortulana selbst. Von Franziskus nahm Äbtissin Klara im Jahre 1217 eine Ordensregel entgegen, die den Grundsatz höchster Armut und Bescheidenheit vorschrieb. Papst Gregor IX. verfasste wenig später selbst eine Ordensregel für Klara, die dem 4. Laterankonzil entsprach. Sie mochte sich nur bedingt an diese halten, weil sie nicht dem vollkommenen Verzicht auf Besitz vorsah.

Kaum 30 Jahre alt, erkrankte Klara und konnte ihre Gemeinschaft nur noch liegend vom Bett aus leiten. Als um 1241 die Truppen des von der Kirche exkommunizierten Kaisers Friedrich II. (1194–1250) die Stadt Assisi belagerten, liess sich Klara – so die Legende – mit ihrem Bett vor die Klosterpforte tragen und richtete betend eine Monstranz mit dem Allerheiligsten gegen die Truppen, worauf diese abzogen.

Um 1247 verfasste die Äbtissin für ihren Orden eine eigene Regel, die sich stark an der franziskanischen orientierte und sich höchster Armut verpflichtete. Klara kämpfte bis zu ihrem eigenen Ableben um die Anerkennung ihrer Ordensregel durch den Heiligen Stuhl. Erst zwei Tage vor ihrem Tod, am 9. August 1253, segnete Papst Innozenz IV. Klaras Entwurf ab. Am Folgetag wurde ihr die päpstliche Bulle ans Bett gebracht, am Tag darauf, am 11. August, starb die Ordensgründerin. Innozenz erwies ihr persönlich die letzte Ehre. Bereits zwei Jahre später, am 15. August 1255, wurde Klara von Assisi durch Papst Alexander IV. heiliggesprochen. Sie wurde in der Basilika Santa Chiara in Assisi beigesetzt. Ihr Leichnam ist unverwest.

Eine ungewöhnliche Zuständigkeit

Mit der Heiligen und einem ihrer Patronate ist eine heitere Geschichte verbunden: Der Überlieferung zufolge soll Klara an Weihnachten 1252 die Fähigkeit gehabt haben, von ihrem Bett in ihrer Kammer liegend durch die Mauern hindurch die Feierlichkeiten in der Kirche mitzuverfolgen – sie war der Tele-Vision mächtig. Aufgrund dieser Legende wurde Klara im Jahre 1958 von Papst Pius XII. zur Patronin des Fernsehens erkoren.

Abgesehen davon ist Klara unter anderem die Beschützerin der Glasmaler, Wäscherinnen, Vergolder oder der Blinden. Basierend auf der Legende um die Abwehr der kaiserlichen Truppen wird die Heilige meist mit einer Monstranz oder einem Ziborium dargestellt.

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