Mit diesen 10 Tipps gelingt die richtige Entscheidung

Im Labyrinth des Lebens müssen wir täglich Entscheidungen fällen. Das überfordert viele Menschen. 10 Tipps, um eine besser und schnellere Wahl zu treffen.

Katja Fischer De Santi
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Die Tyrannei der Wahl macht unser Leben nicht einfacher. Manche scheitern schon daran, zu entscheiden, welche roten Schuhe sie heute anziehen sollen.

Die Tyrannei der Wahl macht unser Leben nicht einfacher. Manche scheitern schon daran, zu entscheiden, welche roten Schuhe sie heute anziehen sollen.   

Bild: Getty

Hauptsache, Sie entscheiden sich

Die schlechteste Entscheidung ist jene, die man nicht getroffen hat. Auf dem Sterbebett bereuen die meisten Menschen nicht, sich da oder dort falsch entschieden zu haben, sie bereuen, Dinge gar nicht getan zu haben, sich nicht entschieden zu haben. Also entscheiden Sie sich. Egal wie.

Vorstellungen trügen

Stellen Sie sich das schlimmstmögliche Szenario nach einer wichtigen Entscheidung vor. Und nun seien Sie sich sicher, dass Sie es nicht so negativ empfinden werden wie in Ihren schlimmsten Vorstellungen. Zu diesem Schluss kam Daniel Gilbert, Professor für Psychologie an der Harvard University, nach mehreren Studien. Er führt dies auf unsere Fähigkeit zur Rationalisierung beinahe jeder Situation zurück. Wir seien Meister des Selbstbetrugs, nehmen die Welt so wahr, wie sie uns angenehm ist. Gilbert leitet daraus die Empfehlung ab, die Erfahrungen anderer Menschen in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen und sich weniger auf seine eigenen Vorstellungen zu verlassen.

Im Schlaf entscheiden

Das Jobangebot steht, das Kaufangebot scheint perfekt, doch irgendwas hält Sie zurück. Schlafen Sie darüber, ein so alter wie bewährter Rat. Nichts wirkt harmonisierender auf ein dissonantes Seelenleben als ein Nickerchen oder eine Nachtruhe. Das zeigt eine wachsende Zahl von Studien. Die besten Entscheidungen trifft man im Schlaf. Oder zumindest frühmorgens, wenn der Verstand noch frisch ist, der Bauch leer und die Entscheidung plötzlich glasklar vor einem liegt. Dann diese aufschreiben, und wenn mittags die ersten Zweifel kommen, sich selber vorlesen.

Sehen Sie den möglichen Gewinn

Die Angst vor Verlusten ist eine allzumenschliche und sie ist grösser als unsere Vorfreude auf Gewinne. Wer an Verlustaversion leidet, schreckt vor langfristig profitablen Investitionen zurück, weil kurzfristige Verluste ihn davon abhalten. Ein Effekt, der in der Verhaltensökonomie sehr gut erforscht ist. Die Theorie basiert auf den experimentellen Arbeiten des Nobelpreisträgers Daniel Kahneman. Sie lässt sich aber auch ausserhalb des Aktienmarktes anwenden. Indem man bei Entscheiden versucht, nicht den möglichen Verlust ins Zentrum zu stellen, sondern den möglichen Gewinn. Braucht Übung, lohnt sich aber.

Zweifeln Sie nicht zu sehr

Die Vorstellung, es gebe sie, die perfekte Wahl, ist eine Illusion. Eine kluge Entscheidung misst sich einzig daran, ob man zu ihr stehen und mit ihr leben kann. Zweifeln Sie Ihre einmal gefällte Entscheidung also nicht dauernd an, stehen Sie dahinter, ziehen Sie das Ding durch. Und sollte sich eine Entscheidung später als Fehler entpuppen, dann akzeptieren Sie auch das, lernen Sie daraus und machen Sie deswegen keine Vorwürfe.

Reduzieren Sie die Informationen

Schon der Kauf eines neuen Toasters kann Menschen an den Rand der Entscheidungsunfähigkeit treiben, wenn sie es mit den Informationen übertreiben. Der Bildungsforscher Gerd Gigerenzer hat in mehreren Studien nachgewiesen, dass umfassende Information eher stört, als dass sie nutzt. Sprich, ellenlange Listen mit Funktionen, Websites mit Bewertungen helfen Ihnen nicht beim Entscheiden. Sie verwirren, lenken ab. Besser als nächtelang Toaster im Internet zu studieren, ist es, sich auf wenige Merkmale zu konzentrieren und nur so lange zu suchen, bis man eine Lösung gefunden hat, die gut genug ist, wenn auch nicht die beste. Ein Gerät, das Brot toastet und nicht verbrennt, zum Beispiel.

Begrenzen Sie die Auswahl

Die schiere Masse an Wahlmöglichkeiten kann schon erschlagend sein – und sie macht erwiesenermassen unglücklicher. Das fand die US-Psychologin Sheena Iyengar heraus. Kunden, die in einem Experiment 24 Sorten Konfitüre probieren durften, kauften weniger als solche, die nur 6 testeten. Und sie waren obendrein unzufriedener. Der Grund: Kann man unter vielen Möglichkeiten wählen, hat man immer das Gefühl, sich falsch entschieden zu haben. Bei fünf Konfis hat man drei nicht besonders gerne, eine schon gehabt und die fünfte ist perfekt. Ist auch bei der Partnerwahl ein prüfenswerter Ratschlag.

Die 10-10-10- Methode

Sie wissen nicht, ob Sie wirklich in eine andere Stadt ziehen sollen? Die Vor- und Nachteile wiegen sich auf? Dann wenden Sie die 10-10-10 Methode der Autorin Suzy Welch an. Sie besteht aus drei Fragen, die helfen, sich klar zu werden, was nach einer Entscheidung tatsächlich passieren könnte.
• Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in 10 Minuten?
• ... in 10 Monaten?
• ... in 10 Jahren?
Der grosse Vorteil der Methode neben ihrer einfachen Anwendung ist, dass Sie Ihre Gefühle sortiert bekommen. Wir lassen uns oft zu sehr von kurzfristigen Gefühlszuständen leiten und verlieren das grosse Ganze aus den Augen.

Werfen Sie eine Münze

Wenn Sie komplett feststecken und überhaupt nicht mehr sehen, in welche Richtung Sie gehen sollen, werfen Sie ein Geldstück. Das zufällige Ergebnis auf die Frage «Soll ich ...?» kann so starke Bauchgefühle auslösen, dass Sie daraus etwas über sich erfahren, sei es bestätigend oder ablehnend.

Lassen Sie andere entscheiden

Wir neigen zu der Auffassung, dass wir glücklicher sind, wenn wir die Dinge selbst in der Hand haben, als wenn jemand anderes für uns entscheidet. Das gelte aber nicht bei trivialen und unangenehmen Entscheiden, schreiben Simona Botti von der Cornell University und Ann McGill von der University of Chicago, die eine Reihe von Experimenten zu der Frage durchführten. Also lassen Sie den Tierarzt entscheiden, ob der Hund eingeschläfert wird oder nicht. Den Chef, wo das Budget gekürzt werden soll, und Ihre Freunde, welchen Wein Sie im Restaurant trinken sollen. Geben Sie die Kontrolle ab! Gute Entscheider wissen, wann sie besser nicht selber entscheiden.

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