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MITTELAMERIKA: Disneyland für Naturliebhaber

Es heisst, in Costa Rica leben die glücklichsten Menschen der Welt. Ohne Militär, ohne grosse Industrie, aber mit einer Pflanzen- und Tierwelt, die ihresgleichen sucht. Man muss aber kein Naturforscher sein, um dieses kleine Land zu lieben. Es gibt da auch Vulkane mit heissen Quellen, perfekte Wellen und Anschauungsunterricht darin, wie Tourismus auch gehen könnte.
Wo der Dschungel aufhört, beginnt in Costa Rica der Pazifik: Am Playa Guiones in Nosara finden Surfer das ganze Jahr die perfekten Wellen und machen danach Yoga.

Wo der Dschungel aufhört, beginnt in Costa Rica der Pazifik: Am Playa Guiones in Nosara finden Surfer das ganze Jahr die perfekten Wellen und machen danach Yoga.

Text: Katja Fischer De Santi

Bilder: Joseph Kakshouri


Das Paradies, es liegt 200 Meter hinter den Umkleidekabinen einer vulkanischen Therme in La Fortuna. Ein falscher Abzweiger und man steht im Bademantel an einem verwunschenen, kleinen See. Jeder Schritt löst Geraschel und Gezirpe aus. Vögel fliegen auf, knallfarbige Pfeilgiftfrösche springen ins Wasser. Blaue, handgrosse Schmetterlinge lassen sich direkt vor einem auf exotischen Pflanzen nieder. Und gerade wenn man denkt, nun endgültig in einem Disneyland für Naturliebhaber gelandet zu sein, sitzt da Lizard – ein grasgrüner Drache – und glotzt einen seeleruhig an.

Costa Rica ist kein Land. Costa Rica ist ein riesiger, gut organisierter Naturpark. Im Zentrum des Landes, das kaum grösser als die Schweiz ist, reiht sich Vulkan an Vulkan, einige davon aktiv und so perfekt geformt, dass man sie als kitischig abtun möchte. In ihrer Umgebung wuchern mystische Nebelwälder, die man bequem auf 40 bis 100 Meter hohen Hängebrücken durchqueren kann. Und wo der Urwald endet, da beginnen kilometerlange Strände. Glühwürmchen führen nach Sonnenuntergang ihre leuchtenden Tänze auf, Waschbären streunen auf der Terrasse umher, und Faultiere hängen wie Fellkugeln in den Bäumen der Hotel-Parks.

Nachhaltiger Luxus mitten im Urwald

Costa Rica, reiche Küste, so nannte Kolumbus bei seiner Ankunft im Herbst 1502 das Land. Die Natur hat er damit nicht gemeint. Er und seine Mannen hatten erwartet, dass es hier Gold und Jade zu bergen gebe. Gab es nicht. Arm an Bodenschätzen ist Costa Rica bis heute. Zum grossen Glück für seine Naturschätze. Insgesamt stehen knapp 30 Prozent des Landes unter besonderem Schutz. Heute ist Costa Rica weltweiter Vorreiter in Sachen sanften Tourismus. Zu verdanken ist das Leuten wie Roberto Fernandez. Wer in seinen Öko-Lodges mitten im Primärurwald übernachtet, muss auf einiges verzichten. Es gibt keinen Fernseher, kein Internet, keine richtigen Türen und Wände. Und trotzdem existieren auf dieser Erde nur wenige Hotels, die es mit der Pacuare Lodge aufnehmen können. Wer braucht schon einen Fernseher, wenn der Regenwald durch die nur mit feinen Netzen bespannten Wände eine Liveshow bietet. «Über 80 Prozent der Tiere hier sind nachtaktiv», hatte Roberto Fernandez bei der Begrüssung erzählt. Daran denkt man abends im Himmelbett, wenn man die letzten der über ein Dutzend Kerzen gelöscht hat. Es fühlt sich an, als ob man mitten im Urwald läge. An Schlaf ist erstmal nicht zu denken. Um fünf Uhr morgens wird man dann aber doch vom Geschrei der Brüllaffen wach.

Vor 30 Jahren hat Roberto Fernandez, damals noch als Riverraftig-Guide tätig, das Stück Land am Pacuare-Fluss entdeckt. Für ihn war es Liebe auf den ersten Blick, für alle anderen war es sumpfiger Urwald von der Sorte, wie er für Menschen wenig angenehm ist. Drei Jahre brauchte der Biotechnologe, um die ersten 40 Hektare trockenzulegen. Weitere zwei Jahre, um die Rezeption zu eröffnen. Jede WC-Schüssel, jedes Leitungsrohr manövrierten Fernandez und seine Mannen mit Gummibooten durch tückische Stromschnellen. Bis heute führt keine richtige Strasse zur Pacuare Lodge. Wer an diesen exklusiven Ort kommen will, muss seine Schwimmweste anziehen und das Paddel selbst in die Hand nehmen. Kaum ein Gast dürfte das je bereut haben. Vor allem der zweite, längere Abschnitt nach Verlassen der Lodge gilt als eine der landschaftlich schönsten Rafting-Strecken der Welt. Aber wenn Guide Juan Carlos «go down» schreit, sollte man sich schleunigst ins Boot kauern und ihn machen lassen.

Trendige Yoga- und Surfdestination am Pazifik

Bedeutend geruhsamer, wenn nicht schon fast tiefenentspannt geht es in Nosara an der nördlichen Pazifikküste der Region Guanacaste zu und her. «Hier kommt alles zusammen, was ein gutes Leben ausmacht», sagt Alexander Suarez, während er gemütlich sein Kanu tiefer in den Mangrovenwald steuert. Der 32-jährige Tico hat schon im ganzen Land als Touristenführer gearbeitet. Nach Nosara ist er gekommen um zu bleiben. «Weil das Klima weniger feucht ist und die Leute hier besonders zufrieden und gesund sind», erzählt er und hackt mitten auf dem Wasser eine frische Kokosnuss auf. «Besser als jede Medizin», sagt er. Tatsächlich gehört das wenige Kilometer entfernte Dorf Nicoyan zu einer der fünf «Blue Zones». Hier leben die ältesten Menschen der Welt.

Doch Alexander hat noch etwas ganz anderes nach Nosara gezogen: die Suche nach der perfekten Welle. An der Playa Guiones hat er sie gefunden. Und nicht nur er. Die Zeitschrift National Geographic hat Nosara zu einer der Top-Surf-Destinationen der Welt erklärt. Doch damit nicht genug; die Region entwickelt sich zu einer boomenden Yoga-Destination. Morgens surfen, mittags in der Hängematte dösen, nachmittags etwas Yoga und abends früh ins Bett, so verbringen viele Reisende hier ihre Tage. Playa Guiones ist denn auch trotz Boom ein verschlafenes Stranddorf geblieben. An einer staubigen Strasse, inmitten dichtestem Grün, reihen sich lose einige – doch sehr hippe – Surfshops, Restaurants und Lokale. Die starken Gezeiten und der Umstand, dass in Strandnähe nicht gebaut werden darf, sorgen dafür, dass Nosara sich seinen ursprünglichen Charakter erhalten konnte. Regina und Amadeo Amacker verwirklichen sich in Nosara seit 2003, als sie ein halb zerfallenes Hotel kauften, ihren Lebenstraum. Die kürzlich auf 27 Zimmer ausgebaute Lagarta Lodge der beiden Walliser ist ein ökologisches Juwel. Vom mit Vulkanwasser gefüllten Pool schweift der Blick über den hoteleigenen Urwald hinweg weit über den Pazifik. «Weil das Leben hier leichter, farbiger, irgendwie menschlicher ist, sind wir nach Costa Rica ausgewandert», erzählt Amadeo Amacker. Und trotz seiner karibischem Lebensart sei Costa Rica ein stabiles Land mit einer guten Infrastruktur. «Pura Vida», das pralle Leben, ist in Costa Rica der meistgehörte Satz. «Pura Vida» ist Gruss, Prosit und Verabschiedung in einem. Vor allem ist er der perfekte Slogan für ein Land, das seit 50 Jahren ohne Armee auskommt und sich die Natur zum Freund statt zum Feind gemacht hat.

Die «Schweiz Mittelamerikas»

Hinkommen: Seit Mai 2017 fliegt Edelweiss Air zweimal wöchentlich direkt von Zürich nach San José.

Reisezeit: Das kleine mittelamerikanische Land ist mit seinen tropischen Temperaturen eine Ganzjahresdestination. Hauptreisezeit ist die Trockenzeit mit wenigen Regenfällen von Dezember bis Mai. Von Mai bis November kann es teilweise heftig regnen: Meist sind die Vormittage sonnig, nachmittags setzt für zwei bis drei Stunden der Regen ein. Dafür hat es weniger Touristen, und die Preise für Hotels sind tiefer.

Geld: Kreditkarten sind weitgehend akzeptiert. Costa-Rica-Colón kann man am Geldautomaten abheben. Man kann auch mit US-Dollars bezahlen, allerdings zu einem schlechteren Umtauschkurs. Das Tauschen von Schweizer Franken in Colónes ist oft schwierig – also Dollar oder Euro als Bargeld mitnehmen.

Gesundheit: Costa Rica ist ein tropisches Land. Daher sollte man sich sechs Wochen vor der Reise bei seinem Hausarzt oder einer Fachstelle für Reisemedizin über etwaige Impfungen und Verhaltensregeln (Moskitoschutz) erkundigen. (kaf)

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise, zu der Edelweiss Air und die Tourismusbehörden von Costa Rica eingeladen hatten. www.visitcostarica.com  

«Pura Vida» im kleinen Städtchen La Fortuna. (Bild: Joseph Khakshouri)

«Pura Vida» im kleinen Städtchen La Fortuna. (Bild: Joseph Khakshouri)

Der schönste Weg, um tief in den Dschungel zu kommen: Riverrafting auf dem Pacuare. (Bild: Joseph Khakshouri)

Der schönste Weg, um tief in den Dschungel zu kommen: Riverrafting auf dem Pacuare. (Bild: Joseph Khakshouri)

Der Vulkan Arenal ist ein touristischer Hotspot des Landes.

Der Vulkan Arenal ist ein touristischer Hotspot des Landes.

Frösche in jeder Grösse und Farbe. (Bild: Joseph Khakshouri)

Frösche in jeder Grösse und Farbe. (Bild: Joseph Khakshouri)

Faultiere werden in Costa Rica für ihre Langsamkeit geliebt.

Faultiere werden in Costa Rica für ihre Langsamkeit geliebt.

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