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MUSCLE CAR: Ford hält den Mustang auf Trab

Schlanker, stärker, fortschrittlicher: Vorhang auf für den neuen, speziell auf die Wünsche europäischer Kunden abgestimmten Ford Mustang am Auto-Salon in Genf, der noch bis am Sonntag dauert.
Der neue Ford Mustang in Action. Auch ein Blickfang am Auto-Salon in Genf. (Bild: PD)

Der neue Ford Mustang in Action. Auch ein Blickfang am Auto-Salon in Genf. (Bild: PD)

Es hat zwar ein bisschen länger gedauert. Doch seit Ford den Mustang nach 50 Jahren Wartezeit offiziell in Europa anbietet, galoppieren die Verkaufszahlen den Erwartungen davon – schon über 30000 Exemplare des Pony-Cars haben die Amerikaner in den letzten zwei Jahren diesseits des Atlantiks verkauft und sich damit bei den Sportwagenzulassungen weit nach vorne gearbeitet. Damit die Party auf dem Ponyhof weitergeht, bringen sie den Muscle Car jetzt zur Hälfte der Laufzeit noch einmal auf Trab und spendieren Coupé und Cabrio mehr als nur ein frisches Design und ein paar neue Extras.

Es gibt auch ein substanzielles Upgrade für Antrieb und Fahrwerk. Dass der Mustang dabei auch ein wenig teurer wird, tut seinem Reiz keinen Abbruch. Besonders profitiert dabei der V8-Motor im GT. Denn während die Ingenieure beim 2,3 Liter grossen Ecoboost-Triebwerk mit seinen 291 PS nur den Drehmomentverkauf etwas fülliger gestalten, kitzeln sie aus dem 5,0-Liter-Aggregat noch einmal fast zehn Prozent mehr Leistung: 450 PS und 529 Newtonmeter stehen deshalb jetzt im Fahrzeugschein.

Mustang mit Zehn-Stufen-Automatik

Fast noch wichtiger als die zusätzlichen Pferdestärken sind aber die zusätzlichen Gänge. Denn als erster seiner Art wird der Mustang jetzt mit einer Zehnstufen-Automatik angeboten. Die soll zwar vor allem den Verbrauch senken, arbeitet aber so gut, dass auch das Vergnügen grösser wird. Beim Kickdown verhilft sie dem GT zu einer Beschleunigung von 4,3 Sekunden und macht ihn zum bislang schnellsten Sprinter in der GT-Geschichte.

Das neue Getriebe ist nicht die einzige Hightech-Option. Sondern zum ersten Mal bietet Ford den Mustang auch mit einem adaptiven Magne-Ride-Fahrwerk an, das sich bis zu 1000-mal pro Sekunde den Gegebenheiten anpasst. Zusammen mit dem aerodynamischen Feinschliff für die Front und dem deshalb geringeren Auftrieb am Bug ergibt das ein Fahrverhalten, wie man es dem Mustang kaum zugetraut hätte. So präzise wie ein C 43 AMG oder ein M4 mag der GT damit zwar noch immer nicht fahren. Doch fühlt man sich am Steuer des Muscle Cars jetzt auch bei hohem Tempo und herausfordernder Strecke sicherer denn je. Und was ihm zu den deutschen Konkurrenten an Präzision und Perfektion fehlen mag, das macht er mit Lust und Leidenschaft wieder wett. Und mit ein paar Gimmicks, für die sich deutsche Entwickler viel zu schade wären – ­einen Startknopf zum Beispiel, der mit derselben Frequenz pulsiert, wie das Herz eines ruhigen Ponys schlägt. Oder einer Schallklappe im Auspuff, die der Fahrer selbst programmieren und so zum Beispiel zu bestimmten Uhrzeiten zu Gunsten des nachbarschaftlichen Friedens automatisch in den Flüstermodus wechseln kann.

Ein cooles Design, ein leidenschaftliches Fahrverhalten, witzige Details und ein heisser Preis – damit sollte die Party auf dem Ponyhof weitergehen. Doch einen Trumpf hat Ford noch im Stall stehen: Später im Jahr bringen die Amerikaner auch das Sondermodell «Bullit» über den Atlantik. Genau wie Hollywood-Legende Steve McQueen, der den Mustang mit einer atemberaubenden Verfolgungsjagd im gleichnamigen Film berühmt ­gemacht hat, wird der heisse Hengst aus Detroit dann gar vollends zum King of Cool. Am Genfer Auto-Salon sind der neue und der alte Mustang zu sehen.

Thomas Geiger

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