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Nervenkitzel in der Felswand: Auch für Einsteiger kann das Klettern in der Natur zum Spass werden

Beim Outdoorklettern liegt die freie Begehung im Trend. Ihre Ursprünge finden sich in der 68er-Bewegung. Auch Anfänger können in die Felswand steigen – und dies erst noch sicher. Ob im Alpstein, im Sarganserland oder gar im Thurgau: Die Ostschweiz ist ein Klettermekka.
Tim Frei
Kraftakt: Der St. Galler Kletterlehrer Fabio Lupo kraxelt eine Felswand im Alpsteingebiet hoch. (Bild: Andreas Butz)

Kraftakt: Der St. Galler Kletterlehrer Fabio Lupo kraxelt eine Felswand im Alpsteingebiet hoch. (Bild: Andreas Butz)

Sich outdoor mit der eigenen Körperkraft empor zu hangeln, macht für manchen Kletterer mehr Spass, als dies in der Halle zu tun. Bei den meisten Laien erzeugt der Begriff Klettern ein mulmiges Gefühl. Oft heisst es, das sei doch gefährlich.

Doch die Gefahrenstufe hängt von vielen verschiedenen Kriterien ab. Etwa vom Schwierigkeitsgrad einer Route, oder davon, wie gut ein Kletterer ausgebildet ist. Das bedeutet aber nicht, dass Anfänger das Outdoorklettern gänzlich meiden müssten. Etwas gilt es aber zu beachten, wie Fabio Lupo sagt:

«Hat man noch keine oder wenig Erfahrung, sollte man unbedingt einen Kletterlehrer oder einen Bergführer dabei haben».

Der St. Galler Kletterlehrer arbeitet bei Kletterwelt, einem Ostschweizer Kursanbieter fürs Outdoorklettern.

Ideal für Anfänger ist das Bouldern

Als Einstieg geeignet sei das Bouldern, worunter das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe bezeichnet wird. Ziel ist es, einen zwei bis drei Meter hohen Felsbrocken, den sogenannten Boulder, hochzuklettern. Diese Kletterform mache besonders Spass, sagt Lupo:

«Sie hat einen spielerischen Charakter und sie ist sehr unterhaltsam, da man gemeinsam in der Gruppe ein Kletterproblem lösen kann.»

Zudem sei Bouldern sehr motivierend, weil schnell kleine Erfolge möglich seien. Einer der beliebtesten Boulder-Outdoorplätze findet sich im Murgtal bei Murg am Walensee.

Das braucht's für den Kletterspass

Schuhwerk: Eine wichtige Rolle spielen die Kletterfinken. Sie wiegen rund 300 Gramm und haben kein Profil. Sie liegen fuss- beziehungsweise zeheneng an, sodass der Kontakt zur Wand immer gewährleistet ist. (Bilder: Tim Frei)Schuhwerk: Eine wichtige Rolle spielen die Kletterfinken. Sie wiegen rund 300 Gramm und haben kein Profil. Sie liegen fuss- beziehungsweise zeheneng an, sodass der Kontakt zur Wand immer gewährleistet ist. (Bilder: Tim Frei)
Magnesiumsäckli: Wird am Klettergurt angebracht. Regelmässig wird Magnesium in die Hände gerieben, um einen guten Grip zu haben. Oder wenn Kletterer merken, dass der Halt nicht mehr ideal ist.Magnesiumsäckli: Wird am Klettergurt angebracht. Regelmässig wird Magnesium in die Hände gerieben, um einen guten Grip zu haben. Oder wenn Kletterer merken, dass der Halt nicht mehr ideal ist.
Klettergurt: Wiegt ebenfalls nur rund 300 Gramm. Weitere wichtige Dinge wie etwa verschiedene Arten von Karabinern und Expressschlingen sind am Klettergurt angebracht. Vor allem aber ist das Sicherungsseil am Klettergurt festgemacht.Klettergurt: Wiegt ebenfalls nur rund 300 Gramm. Weitere wichtige Dinge wie etwa verschiedene Arten von Karabinern und Expressschlingen sind am Klettergurt angebracht. Vor allem aber ist das Sicherungsseil am Klettergurt festgemacht.
Expressschlingen und Helm: Expressschlingen bestehen aus zwei Schnappkarabinern, die mit einer Bandschlinge verbunden sind. Die Expressschlingen werden in den Bohrhaken am Fels eingehängt, sodass das Seil in den anderen Karabiner gelegt werden kann und damit die Sicherung gewährleistet ist. Ebenso wichtig beim Klettern ist ein Helm.Expressschlingen und Helm: Expressschlingen bestehen aus zwei Schnappkarabinern, die mit einer Bandschlinge verbunden sind. Die Expressschlingen werden in den Bohrhaken am Fels eingehängt, sodass das Seil in den anderen Karabiner gelegt werden kann und damit die Sicherung gewährleistet ist. Ebenso wichtig beim Klettern ist ein Helm.
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Kletter-Ausrüstung

Beim «Rotpunktklettern» darf das Sicherungsseil nicht belastet werden

Das Freiklettern, bei dem Hilfsmittel nur zur Sicherung und nicht zur Fortbewegung erlaubt sind, liegt aktuell sehr im Trend. Dabei wird nach vorgegebenen Routen geklettert, die sich in ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Die Anfänge dieses Kletterstils reichen in die 70er-Jahre zurück. «Man muss das Freiklettern im Kontext der rebellischen 68er-Bewegung sehen», sagt Lupo.

Nichts für Personen mit Höhenangst: Klettern im Alpstein. (Bilder: Andreas Butz)Nichts für Personen mit Höhenangst: Klettern im Alpstein. (Bilder: Andreas Butz)
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Kletter-Bilder

Ein Begehungsstil des Freikletterns ist etwa das «Rotpunktklettern»: Dabei darf das Sicherungsseil nicht belastet werden – das Ausruhen im Seil oder das Hochziehen an Haken ist untersagt.

Free Solo – die Extremdisziplin

Eine Spezialform ist «Free Solo», das Freiklettern ohne Absicherung. Seit April 2019 läuft zu dieser waghalsigen Disziplin der Film «Free Solo» über den US-Extremkletterer Alex Honnold – der Dok-Film ist dieses Jahr mit einem Oscar ausgezeichnet worden.

Ob Sport oder Freizeit: In der Schweiz hat sich die französische Schwierigkeitsskala etabliert, die von 4a (gering) bis 9c (einzigartig) reicht.

Zum Outdoorklettern-Kursangebot von Kletterwelt: https://kletterwelt.ch/

Ebenalp, Kreuzbergen und Brochne Burg: Hier finden sich beliebte Ostschweizer Kletterrouten

Die Ostschweiz bietet punkto Klettern einiges. Besonders angesagt ist das Alpsteingebiet, das fast 1000 Routen bietet. Beliebte Wände für fortgeschrittene Kletterer finden sich etwa am Aescher bei der Ebenalp (5c bis 7c). Viele abenteuerliche Routen gibt es bei den Kreuzbergen (bis 7c). Doch auch Anfänger können dort auf ihre Kosten kommen. So gibt es am dritten Kreuzberg zwei bis drei einfache Routen. Das Sarganserland (über 1000 Routen), reicht von 4a bis 9b – jene für Fortgeschrittene dominieren jedoch. Für Anfänger sind 4b-Routen an der Brochne Burg bei Trübbach empfehlenswert. Auch im Thurgau ist Klettern möglich – etwa bei Sitterdorf nahe Bischofszell, das sich für Anfänger anbietet. (tm)

- Übersicht zu Kletterrouten: https://www.thecrag.com/climbing/switzerland/
- Kletterführer mit Routendetails bietet etwa der Schweizer Alpen-Club SAC an.

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