NEUE GESCHÄFTSFELDER - NEUER STANDORT: Amag sucht die Zukunft

Die Amag hat ein Jahr mit vielen Herausforderungen relativ gut gemeistert. Das Vertrauen in die Amag-Marken sei ungebrochen gross, meint CEO Morten Hannesbo in Adelboden.

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Der VW Golf war auch 2016 das meistverkaufte Auto in der Schweiz. Auf dem rein elektrisch angetriebenen e-Golf ruhen die Hoffnungen, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. (Bild: (Volkswagen AG))

Der VW Golf war auch 2016 das meistverkaufte Auto in der Schweiz. Auf dem rein elektrisch angetriebenen e-Golf ruhen die Hoffnungen, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. (Bild: (Volkswagen AG))

Die Amag ist die offizielle Importeurin für VW, Audi, Skoda, Seat, VW Nutzfahrzeuge und Seat Nutzfahrzeuge. Alles Marken aus dem Volkswagenkonzern, der nach den Abgasungereimtheiten in den USA stark unter Druck geraten ist. Nicht ohne Folge für die Amag, gegen die ebenfalls ermittelt wird. Konkret klärt die Schweizer Bundesanwaltschaft die Frage, ob die Verantwortlichen der Amag von den Softwaremanipulationen wussten und trotzdem davon betroffene Autos (Audi) verkauften, oder nicht. Morten Hannesbo hat beim traditionellen Amag-Presseweekend in Adelboden jegliches Mitwissen von sich und seinem Team gewiesen.
 
Dieses laufende Verfahren, die Tatsache, dass auch Schweizer Kunden ihr Auto umrüsten müssen, damit es legal zugelassen werden kann und weitere negative Schlagzeilen, hat das Vertrauen in die Amag-Marken offenbar wenig erschüttert. Darauf lassen die Zahlen schliessen, die Hannesbo präsentieren konnte: Insgesamt wurden letztes Jahr 92’920 Personenwagen der Amagmarken (-3,1%) bei einem Marktanteil von 29,3% (-0,3%) in der Schweiz zugelassen. Dazu kommen 6894 leichte Nutzfahrzeuge von VW Nutzfahrzeuge und 11 von Škoda. Die Amag First AG vermeldet 1594 Neuzulassungen der Marke Porsche und 22 verkaufte Neuwagen der Marke Bentley (Bentley Zug). Zudem ist es der Amag nach eigenen Hochrechnungen auch 2016 gelungen, die CO2-Vogaben von 130g/km zu unterschreiten. Last but not least hat auch die Amag Leasing AG zulegen können. Sie zählt rund 138'000 aktive Leasingverträte (+ 1,6% gegenüber dem Vorjahr).
 
Zu den widererwarten guten Ergebnissen meinte Morten Hannesbo: «Das Jahr 2016 war für den Automarkt und vor allem auch für uns sehr herausfordernd. Die Bewältigung des Dieselthemas hat uns sehr beschäftigt. Wir können deshalb sehr zufrieden sein mit den Ergebnissen.»
 
Zur Zukunft der Amag meinte Morten Hannesbo, neue Technologien, neue Mobilitätsbedürfnisse und die Digitalisierung werden auch das klassische Automobilgeschäft mittelfristig sehr stark verändern. Ein neuer Geschäftsbereich werde aufgebaut, der sich ausschliesslich um diese Themen kümmern wird. „Beim Thema Sharing Economy wollen wir eine aktive Rolle spielen“, die Beteiligungen an Catch a Car und Sharoo sind erste Schritte in der Weiterentwicklung zum Mobilitätsanbieter,“ so Hannesbo.
Bis ins Jahr 2019 will die Amag ihre verschiedenen Standorte (Schinznach-Bad, Zürich, Birrfeld) so weit als möglich zentralisieren. Hannesbo: „Wir sind auf der Suche nach einem neuen Standort für rund 800 Arbeitsplätze“. Die grösste Herausforderung: Parklätze. Es sei sehr schwierig eine Fläche für rund 600 Autos zu finden.
Jil Lüscher/Adelboden