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Neue Giulia gefällt – gut gemacht, Alfa

Die 1962 vorgestellte Giulia reifte zur Alfa-Romeo-Legende. Mit der Wiederbelebung des Labels gelingt den Italienern ein Quantensprung.
Die Giulia von Alfa Romeo ist in der V6-Motorisierung mit 510 PS kraftvoll und dynamisch unterwegs. Die Italiener gehen mit diesem Auto in eine von den Alfisti lange vermisste Modelloffensive. (Bild: PD)

Die Giulia von Alfa Romeo ist in der V6-Motorisierung mit 510 PS kraftvoll und dynamisch unterwegs. Die Italiener gehen mit diesem Auto in eine von den Alfisti lange vermisste Modelloffensive. (Bild: PD)

Jürg Wick

Im Zuge der Zusammenführung des italienischen Fiat-Konzerns und Chrysler-Jeep zu Fiat Chrysler Automobiles (FCA) als Folge der Wirtschaftskrise wurde die Marke Alfa Romeo längere Zeit vernachlässigt. Das PW-Sortiment enthielt lediglich die zwei Modellreihen Mito und Giulietta. Die einst so stolze und in der Schweiz beliebte Marke dümpelte Richtung Bedeutungslosigkeit ab. Mit der neuen Giulia soll das Cuore Sportivo wiederbelebt und quasi in neue Sphären geführt werden, was dank des ehemals schillernden Labels auch gelingen könnte. Die positive Überraschung nach dem Studieren der Datenblätter sowie der ersten Probefahrten: Die neue Giulia ist kein aus dem Konzernbaukasten zusammengeschustertes Auto, sondern eine veritable Neukonstruktion, mit dem Anspruch, ein im Vergleich zu Konkurrenz besonders effizientes Vehikel zu sein. Potenz dank Ferrari-Know-how Die Kraft wird mittels einer leichtgewichtigen Kardanwelle aus Kohlefaser nach hinten geschickt, wo die Differenzialsperre für eine gute Traktion sorgt. Dank des Leergewichts von gut 1,5 Tonnen und sagenhaften 510-PS-Leistung vermag die Giulia die avisierte deutsche Konkurrenz stark zu bedrängen. Und mit einem CO2-Ausstoss von 198 g/km gelingt dieser Anspruch auch bei den Hygienefaktoren Verbrauch und Energieeffizienz. Die potente Giulia mit dem aus einem Ferrari-Motor abgeleiteten V6-Triebwerk als Fahnenträger hat auf ersten Probefahrten ohne Wenn und Aber imponiert. Sie gibt sich leichtfüssig, törnt mit einem kreischenden Sound an und ignoriert trotzdem das Kapitel Fahrkomfort nicht. Im Gegenteil: Die Feder- und Dämpferabstimmung scheint eine Merite der Sportlimousine zu sein. Dieser Eindruck wiederholt sich im 2,2-Liter-Turbodiesel mit 180 PS. Hier trübt freilich das markige Klopfen des Selbstzünders den sportiven Eindruck. Echte Alfisti warten deshalb auf den später erscheinenden Turbo-Benziner mit 200 PS und Heckantrieb oder auf den gleich grossen All-Wheel-Drive (AWD) mit 280 PS. Bei der Raumausnutzung, der Bedienungsfreundlichkeit und den Assistenzsystemen stellt die Giulia zwar keine neuen Massstäbe auf, kann aber mit der Konkurrenz mithalten. Das trifft leider auch für die Optionenpolitik zu, wo sich die Italiener den Deutschen anpassen und so die Kunden für viele wünschenswerte Optionen ganz ordentlich bezahlen lassen. Fast durchwegs gelungen Trotzdem bleibt es dabei: Aus der lange angekündigten Giulia ist ein Auto mit hoher Kompetenz und grossem Fahrspass geworden – ein Quantensprung notabene. Selbst wenn es wegen verschiedener Parameter (Aerodynamik, Raumeffizienz, Crashsicherheit) nicht gelungen ist, das optische Erscheinungsbild derart scharf von der Konkurrenz abzuheben – wie seinerzeit die erste Giulia.

Steckbrief

Alfa Romeo Giulia Quadrofolio

Modell: Viertürige Sportlimousine mit fünf Sitzen und Heckantrieb
Motor: 2,9 Liter V6 Benziner; Direkteinspritzung; Turbolader Antrieb: Heckantrieb; 6-Gang-Getriebe; Sperrdifferenzial
Leistung:375 kW/510 PS; 600 Nm Drehmoment; V-max 307 km/h; Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden
Verbrauchswerte: 8,5 Liter/100 km; CO2-Emissionen 198 g/km (Euro 6)
Masse: 4,64 m lang; 1,86 m breit, 1,43 m hoch; Leergewicht 1524 kg
Kofferraumvolumen: 480 Liter
Preis:Limousine 4-türig ab 87 000 Franken (RWD, 6-Gang). Die «grosse» V6-Giulia sowie zwei Turbodiesel sind ab sofort bestellbar; Zweiliter-Turbo-Benziner und die Allradversionen folgen im Laufe des Jahres
Infos: www.alfaromeo.ch

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