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Neue Studie: Salz ist doch nicht ungesund

Ein kanadisches Forscherteam hat in einer Vergleichsstudie zwischen 18 Ländern herausgefunden, dass ein erhöhter Salzkonsum nicht zwingend zu einem Hirnschlag oder Herzinfarkt führt. Laut Studie ist das Risiko, früh zu sterben, bei Menschen, die wenig Salz konsumieren, sogar grösser.
Rossella Blattmann
Salz im Essen verlängert gemäss Forschern das Leben. (Bild: Keystone)

Salz im Essen verlängert gemäss Forschern das Leben. (Bild: Keystone)

Wer wenig Salz isst, lebt länger. Oder etwa doch nicht? Jetzt zeigt sich: Salz ist doch nicht so schlecht, wie zunächst gedacht. Nur ein sehr hoher Salzkonsum, von 13 Gramm und mehr pro Tag, erhöht das Risiko eines Hirnschlags. Dies berichtet das Forscherteam um Andrew Mente und Salim Yusuf von der McMaster University im kanadischen Hamilton im Ärztemagazin «The Lancet».

Bis zu 12 Gramm Salz pro Tag

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Schweizerische Herzstiftung empfehlen 5 Gramm Salz pro Tag. Dies widerlegt die kanadische Studie: Auch grössere Salzmengen von bis zu 12 Gramm sind gesundheitlich unbedenklich.

Aufhorchen lässt, dass ein Salzkonsum zwischen 5 und 12 Gramm täglich das Herzinfarktrisiko reduziert und somit das Leben verlängert.

Mehr Salz, längeres Leben

Franz Messerli, Medizinprofessor an der Universitätsklinik für Kardiologie am Berner Inselspital, sagt gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Man muss die Studie ganz sicher ernst nehmen.» Menschen in Ländern mit einem viel höherem als dem empfohlenen Salzkonsum, zum Beispiel Hong Kong oder der Schweiz, hätten die höchste Lebenserwartung, sagt der Bluthochdruck-Experte Messerli. «Sollte man Patienten mit koronaren Herzerkrankungen nicht viel eher motivieren, den Salzkonsum zu erhöhen?» kommentiert er.

Die kanadischen Forscher analysierten die Daten von 100'000 Menschen in 18 Ländern und vier Kontinenten. Bereits vor zwei und vier Jahren publizierte das Forscherteam erste Studien zum Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Leiden und dem Salzkonsum. Bereits damals hatte sich angedeutet, dass Salz doch nicht so schädlich für die Gesundheit ist, wie zunächst vermutet.

Widerspruch zu offiziellen Empfehlungen in der Schweiz

Die Fachgruppe «Salz und Gesundheit» publizierte vor vier Jahren im Auftrag der Schweizerischen Herzstiftung ein Positionspapier zum Thema Salzkonsum. Darin steht, dass exzessiver Salzkonsum gesundheitsschädigend ist, und darum langfristig von acht auf fünf Gramm täglich gesenkt werden soll.

Die Studie von Mente und Yusuf

Zu Beginn der Studie waren sämtliche Probanden gesund, und litten nicht an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Um den Salzkonsum der Testpersonen festzustellen, massen die Forscher ihren Blutdruck und bestimmten den Natrium- und Kaliumgehalt im Urin. Im Schnitt beobachtete das kanadische Team die Testpersonen über acht Jahre. In diesem Zeitraum verstarben 3700 Personen. Davon erlitten 3500 einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Herzschwäche.

Die ersten Resultate der Analyse waren wenig überraschend: Je höher der Salzkonsum, desto höher der Blutdruck und das Risiko für einen Schlaganfall. Als das Team um Mente und Yusuf jedoch nachschaute, ob ein hoher Salzkonsum auch einen Einfluss auf andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatte, lautete die Antwort: Nein. Laut Forschungsergebnissen führte das Konsumieren von viel Salz weder zu einer erhöhten Herzinfarktrate, noch zu einem erhöhten Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken, noch zu einer erhöhten Sterblichkeit.

Die Studie kam zu einem weiteren Ergebnis: Unabhängig vom Salzkonsum senkt Kalium das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität. Früchte, Nüsse, und Gemüse sind Lebensmittel, die besonders viel Kalium erhalten. (bro)

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