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Eieiei, was für ein Wunderwerk der Natur!

Das Eiertütschen gehört zum Osterbrunch wie das Huhn zum Ei. Ein guter Grund, sich das ­ Gesamtkunstwerk einmal ­genauer anzuschauen.
Text: Melissa Müller, Illustration: Selina Buess

Unsere Eier, egal ob Bio oder aus Bodenhaltung, stammen von Hybridhennen. Sie leben etwa 18 Monate. Diese hochgezüchteten Hochleistungshühner stammen aus dem Labor. Es gibt zwei Sorten: Die einen legen schnell viel Fleisch zu. Die anderen werden gezüchtet, um möglichst viele Eier zu legen.

Die Küken haben einen Zahn auf dem Schnabel. Er hilft ihnen beim Schlüpfen aus dem Ei und fällt danach ab. Da nur die Weibchen Eier legen, werden Millionen männliche Küken getötet.

In ihrem 5. Lebensmonat legt die Henne ihr erstes Ei. Die Hochleistungshenne legt in zehn Monaten rund 320 Eier. Ein wild lebendes Huhn legt 20 Eier im Jahr.

Nach rund eineinhalb Jahren werden die Legehennen getötet und zu Tierfutter verarbeitet, weil sie weniger Eier legen und ausgelaugt sind.

Zum Vergleich: Ein Haushuhn wird fünf bis sieben Jahre alt.

Konsum

Wir essen immer mehr Eier: 180 Eier isst ein Schweizer im Durchschnitt jährlich, davon 113 Eier aus dem Inland. Eingeschlossen sind auch die Eier, die in Lebensmitteln verarbeitet sind. Noch mehr Eier essen die Amerikaner: 280 Stück pro Kopf und Jahr.

Das Ei

1. Schale: Die natürliche Verpackung schützt das Ei vor Keimen und hält es frisch.
Die Schalen enthalten viele Mineralien. Deshalb gehören die Kalziumbomben auf den Kompost.
2. Haut: Sie stört beim Schälen, wenn die Eier zu frisch sind. Wartet man drei, vier Tage, steigt der pH-Wert im Ei, und die Haut löst sich ab.
3. Eiweiss: Es enthält vor allem Wasser und Eiweiss, schützt den Dotter vor Keimen.
4. Eigelb: Es steckt voller Vitamine, darunter A, D, E und B. Dazu kommen Mineralien und wichtige Fettsäuren. Die Dotterfarbe kommt vom Futter, genauer von den Carotinoiden im Grünzeug. Eidotter aus Freilandhaltung sind satter gefärbt.
5. Keimscheibe: In befruchteten Eiern beginnt hier der Embryo zu keimen. Auch in jedem unbefruchteten Ei steckt eine.
6. Hagelschnur: Sie fixiert den Dotter im Eiweiss.
7. Luftkammer: Je älter ein Ei ist, desto grösser wird die Luftkammer. Legt man ältere Eier ins Wasser, schwimmen sie oben. Frische Eier sinken beim Frischetest auf den Grund.

Käfighaltung weltweit

Seit 1992 ist die Käfighaltung in der Schweiz verboten.Weltweit gesehen, leben aber immer noch 90 Prozent der Legehennen in Batterien. Ein Huhn in China hat weniger Käfigfläche als eine DIN-A4-Seite.

450 Mio. Eier in der Schweiz stammen jährlich aus Freiland- oder Bodenhaltung.Freilandhühner führen kein Dasein in beschaulicher Gemeinschaft, sondern leben in einer Gruppe von bis zu 18'000 Hühnern.

2000 Hühner auf einem Biohof

120 Mio. Eier in der Schweiz stammen jährlich aus biologischer Haltung. Hier wird Freilandhaltung mit bio­logischen Futtermitteln kombiniert. In Biohöfen leben bis zu 2000 Hühner zusammen.

Backwaren, Desserts, Eiernudeln

80 % der frischen Eier stammen aus der Schweiz. 90% der Verarbeitungseier werden importiert, hauptsächlich aus den Niederlanden. Für die meisten Backwaren, Desserts und Eiernudeln werden laut der Tierschutzorganisation KAG Freiland immer noch Eier aus ausländischen Haltungen verwendet, die bei uns verboten sind – also auch aus Käfighaltung.

Eierfarbe

Ob ein Huhn weisse oder braune Eier legt, hängt nicht von seinem Gefieder ab. Es lässt sich an der Farbe seiner Ohrscheiben ablesen. Das sind die Lappen unter dem Ohr. Hat ein Huhn farbige Ohrscheiben, sind die Eier meist braun, ein Huhn mit weissen Ohrscheiben legt weisse Eier. Viele glauben, braune Eier seien gesünder. Zwischen der Eifarbe und dem Gesundheitsgrad gibt es aber keinen Zusammenhang. Es gibt auch Rassen, die bunte Eier legen: Die Farbpalette reicht von bläulich, oliv bis hin zu schokobraun und Eiern mit Rotstich.

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